Название | Das Herz des Zauberers |
---|---|
Автор произведения | Betty Kay |
Жанр | Языкознание |
Серия | |
Издательство | Языкознание |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783960895077 |
Für Manekas sind diese Dinge vermutlich abstrakt. Er hat als unser Fürst noch keinen einzigen Tag in seinem Leben hart arbeiten müssen. Mit Sicherheit hat er sich noch niemals die Finger beim Bestellen der Felder schmutzig gemacht. Wenn er krank wird, scharren sich unzählige Heiler um ihn und weichen nicht von seiner Seite, bis es ihm besser geht. Als unser Herrscher quälen ihn keine Sorgen um seine Zukunft. Er sitzt in seinem gläsernen Turm und weiß nichts von den Kümmernissen der einfachen Menschen. Ich kann ihn nicht dafür tadeln. Er hat nichts außer seinem privilegierten Leben kennengelernt.
In meinem Rücken diskutiert Manekas noch immer mit einigen Soldaten, die sich weigern, mir zu helfen. Das Ungetüm jagt ihnen wohl Angst ein.
Seufzend murmle ich einen Spruch, der mich beschützen soll, dann strecke ich den Arm aus und berühre mit den Fingerspitzen die Oberfläche des geheimnisvollen Geräts. Nichts passiert. Etwas ruhiger lege ich meine Handfläche auf das glattpolierte Holz.
Wellen von Energie springen auf mich über. Dunkle Kräfte, die in meinem Körper Chaos verursachen. Es handelt sich um nichts, was mich verletzen könnte. Die Magie ist zu schwach, um Auswirkungen auf mich zu haben. Hätte es einer unserer Soldaten berührt, würde die Sache möglicherweise anders aussehen. Ich hänge meine Finger an einem Vorsprung in Augenhöhe ein. Dann setze ich meinen Fuß auf das Gerät und ziehe mich hoch. Angespannt warte ich ab, ob die Angriffe der gegnerischen Magie jetzt schwerer werden. Doch wieder komme ich mit den Wirbeln, die sich in meinem Körper ausbreiten, gut zurecht.
»Seid vorsichtig«, bittet eine mir unbekannte Stimme.
Ich werfe einen Blick über meine Schulter und entdecke einen grauhaarigen Soldaten, der mit besorgtem Ausdruck in den Augen zu mir aufsieht. Er ist vermutlich älter als Oremazz. Wenn er nicht mit unserer Armee hierhergekommen wäre, hätte ich bezweifelt, dass er ein Schwert auch nur hochheben kann. »Seid Ihr meine Hilfe bei diesem Projekt?«
Er nickt. »Ich werde tun, was Ihr von mir verlangt.« Meine Miene verrät ihm anscheinend, dass ich seinen Kräften misstraue, denn er drückt den Rücken durch und strafft die Schultern. »Ich bin harte Arbeit gewohnt. Ihr könnt Euch auf mich verlassen.«
»Mit Sicherheit habt Ihr Euch in Eurem Leben vor keiner Aufgabe gedrückt. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob Ihr der Richtige für diese seid.«
»Die jungen Männer haben ihr Leben noch vor sich. Ich stelle mich gerne für diese gefährliche Mission zur Verfügung. Mein Glück habe ich an der Seite meiner wundervollen Frau bereits verbraucht.«
Stolz schwingt in seiner rauen Stimme mit. Ich möchte ihn nicht weiter vor den Kopf stoßen und nicke ihm einfach zu. »Bleibt in Sichtweite. Wenn es mir gelingt, das Ungetüm zu erklimmen und von oben zu untersuchen, finde ich hoffentlich heraus, wie es funktioniert. Ich werde Euch mitteilen, wenn ich Eure Hilfe benötige.«
Mein Blick wandert wieder das seltsame Bauwerk hinauf. Als ich die feindlichen Soldaten dabei beobachtet habe, wie sie das Ding bestiegen haben, hat es viel einfacher gewirkt. Bestimmt haben sie genau gewusst, welchen Weg sie wählen müssen. Diesen Luxus besitze ich leider nicht.
Angespannt strecke ich meinen Arm aus und taste nach einem weiteren Vorsprung, den ich benutzen kann, um mich hochzuziehen. Tatsächlich finden meine Finger eine Einkerbung, die groß genug ist, damit ich mich vorwärtsbewegen kann. Mein Fuß rutscht in eine Aussparung, sodass ich mich strecken kann, um einen weiteren Schritt zu wagen. Es geht nur langsam vorwärts, aber schließlich kann ich den oberen Teil der Maschine erkennen.
Die Fläche zwischen den vier Steinen ist gerade und bietet keinen Blick ins Innere. Enttäuscht klettere ich das letzte Stück, bis ich oben stehe. Ich habe gehofft, hier oben würde es einen Zugang zu den Gerätschaften geben, die sich im Innenteil der Maschine befinden. Habe ich den Aufstieg umsonst angetreten? Hätte es einen Zugang von unten gegeben?
Ich setze meinen Fuß auf das Dach und beuge mich dann nach unten, um die Holzbohlen zu untersuchen. Nicht aufgerichtet auf dieser Plattform zu stehen, stellt eine gewisse Erleichterung für mich dar. Hier oben fühle ich mich unwohl, bloßgestellt und wie eine leichte Beute. Bei jedem Windstoß, der an mir zieht, grummelt es in meinem Magen. Viel zu sehr verstört mich der Gedanke, von diesem Ding zu fallen. Leide ich etwa unter Höhenangst?
Um meine Gedanken davon abzulenken, ein Unglück heraufzubeschwören, widme ich mich ganz der Aufgabe, einen Zugang zu dem Gerät zu finden. Keine Nägel sind zu erkennen, keine Zähne, die ineinandergreifen. Auf den ersten Blick wirkt es, als wäre die Oberfläche aus einem einzigen Stück Holz geschaffen.
Das ist nicht möglich. Selbst wenn es in dieser Welt, die sich mir kahl und pflanzenlos gezeigt hat, doch Wälder geben sollte, würde kein Baum dick genug sein, um diese Form aus ihm herauszuschneiden. Mit der Handinnenfläche streiche ich über das Holz und teste, ob ich etwas erfühlen kann, was meinen Augen verborgen bleibt.
Die Energie, die die Maschine ausstrahlt, erhöht sich inzwischen. Von meiner Untersuchung ist sie anscheinend nicht sonderlich erfreut. Solange sie mir keinen Energiestoß versetzt und mich abwirft, werde ich meine Bemühungen nicht unterbrechen. Ich benutze meine Fingerspitzen und Nägel, um die Oberfläche zu erkunden, doch ich finde keinen Griff und keine Einkerbung, die eine Öffnung verbergen könnte.
Vielleicht handelt es sich um einen Zauber, der das Offensichtliche versteckt. Möglicherweise werden meine Sinne getäuscht, damit ich das Gerät nicht abschalten kann. Ich richte mich auf und gehe zu einer Ecke des seltsamen Würfels. Dann werde ich also dafür sorgen, dass die Energie dieser Maschine an Kraft verliert. Ich richte mich auf und gehe langsam auf die erste Säule zu.
Vorsichtig lege ich meine Hände um den ersten Leuchtstein, der jetzt durchscheinend und farblos ist. Die Oberfläche fühlt sich rau an. Mit Sicherheit wurde der Stein so belassen, wie er war, um seine Wirkungsweise nicht zu beeinträchtigen. Er scheint nur auf dem Sockel zu liegen, vor dem ich stehe. Allerdings gelingt es mir nicht, ihn zu entfernen. Ich beuge mich vor und untersuche die Stelle, wo der Stein das Holz berührt. Zuerst wirkt es, als fehlten Befestigungen. Als ich allerdings den Kopf bewege, bemerke ich eine Brechung des Lichts. Ich betaste die Stelle und fühle unter meinen Fingerspitzen durchsichtige Klammern, die den Stein festhalten. Vorsichtig fahre ich die Klammer nach unten und gelange an einen Hebel. Als ich den nach unten drücke, löst sich die erste Befestigung.
Mein Herz klopft sofort schneller. Ich bin so erleichtert, dass ich nicht sofort bemerke, wie die Klammer ohne meinen Finger wieder zurückschnappt. Noch einmal taste ich rund um den Stein. An vier Stellen ist er durch die unsichtbare Vorrichtung mit dem Sockel verbunden. Ich lege jeweils Daumen und Zeigefinger meiner linken und rechten Hand auf den Hebel und drücke ihn nach unten. Die Klammern lösen sich und geben den Stein frei.
Der beginnt zu kippen, weshalb ich ihn hastig festhalte. Überraschend schwer zieht er meine Hände nach unten. Während ich ihn noch betrachte, trübt er sich ein und wird schließlich stumpf und undurchsichtig. Ich sehe zu den anderen Steinen. An ihnen macht sich der seltsame Effekt nicht bemerkbar. Allerdings scheint es, als hätten sie einen Teil ihrer Klarheit verloren. Es wird mir also nichts anderes übrigbleiben, als auch sie zu entfernen. Und wie bekomme ich den Stein jetzt nach unten zu meinem Helfer?
Ich werfe einen Blick über den Rand. Mir wird bei dem Anblick der Höhe, in der ich mich befinde, ganz schummrig. Das Besteigen eines Berges macht mir nichts aus. Doch diese Erhebung ist gefährlicher. Der alte Mann steht immer noch direkt neben der Maschine und sieht mit besorgtem Gesichtsausdruck zu mir auf.
»Besorgt bitte ein festes Tuch«, rufe ich nach unten. »Und ersucht drei andere Soldaten um Hilfe. Ich werde Euch die Steine einzeln zuwerfen. Mit dem Tuch könnt ihr sie hoffentlich auffangen, ohne dass sie Schaden erleiden.«
»Sollten wir die einzelnen Teile der Maschine