Soziale Netzwerke. Jan Arendt Fuhse

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Название Soziale Netzwerke
Автор произведения Jan Arendt Fuhse
Жанр Социология
Серия
Издательство Социология
Год выпуска 0
isbn 9783846345634



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erwidert werden.

      Definition: ➔Reziprozität steht für den Anteil der beidseitigen Beziehungen an den insgesamt bestehenden Beziehungen.

      Bei der Befragung bei Silicon Systems wurden 147 Freundschaften genannt. Davon wurden 112 erwidert. Also finden wir im Netzwerk 56 beidseitige Freundschaften und 35 »einseitige Freundschaften«. Der Reziprozitätswert beträgt also 56/(56 + 35) = 61,5 Prozent.8 Auch dies lässt sich schnell mit UCINET berechnen:

      UCINET: ➔ Network ➔ Cohesion ➔ Reciprocity [Method/Dyad-based]

      Die Beziehungen der Ratsuche bei Silicon Systems sind dagegen nur zu 19,5 Prozent reziprok. Hier handelt es sich offensichtlich weniger um informale Austauschbeziehungen mit einem quid-pro-quo. Die Ratsuche scheint eher ein Routineaspekt der Zusammenarbeit im Unternehmen. Dies lässt sich [56] etwa daran ablesen, dass 19 der Mitarbeiter angaben, den technischen Experten Ev nach Rat zu fragen. Ev selbst fragte aber nur eine Person um Rat, den Gründer und Leiter der Firma Steve. Intuitiv erscheint Ratsuche als Beziehung denn auch weniger reziprok als Freundschaft.

      Dichte und Reziprozität sind wichtige deskriptive Kennzahlen eines jeden Netzwerks. Die Dichte bildet eine Angabe über das Netzwerk insgesamt. Dagegen sagt die Reziprozität viel über die jeweilige Sozialbeziehung aus und hilft bei deren Interpretation. Wir greifen später die Reziprozität noch einmal als eine Strukturtendenz von Netzwerkbeziehungen auf (siehe 10.3).

      Übungsaufgabe 2:

      In den 1950ern befragte John Gagnon 67 Insassen eines Gefängnisses nach ihren »besten Freunden« dort (MacRae 1960). Der zugehörige Datensatz PRISON.##H wird standardmäßig im Arbeitsverzeichnis von UCINET installiert. Untersuchen Sie dieses Netzwerk auf Dichte und Reziprozität! Wie sind die Dichte- und Reziprozitätswerte einzuschätzen?

       Musterlösungen zu den Aufgaben sind abrufbar unter:

      ➔ http://www.utb-shop.de/9783825245634

      Die ➔Netzwerkgraphen und -matrizen bilden die Grundlage der ➔formalen Netzwerkanalyse. Ein gutes Verständnis von deren Konstruktion ist unerlässlich für die weiteren Verfahren. Die Dichte und die ➔Reziprozität von Beziehungen stellen erste grundlegende Eigenschaften von Netzwerken dar. Sie hängen sehr von der Art der Beziehungen und damit von deren Messung (und von der forschungspraktischen Abgrenzung des Netzwerks) ab. Deren Bedeutung für Netzwerkanalysen ist kaum zu überschätzen und sollte in jeder guten Studie reflektiert werden.

      Leseempfehlungen:

      Fischer, Claude 1982: »What Do We Mean by ›Friend‹?« Social Networks 3, 287–306.

      Haas, Jessica/Thomas Malang 2010: »Beziehungen und Kanten« in: Christian Stegbauer/Roger Häußling (Hg.): Handbuch Netzwerkforschung, Wiesbaden: VS, 89–98.

      [57]Jansen, Dorothea 2003: Einführung in die Netzwerkanalyse, Wiesbaden: VS, Kapitel 4 und 5.

      Krackhardt, David: »The Strength of Strong Ties: The Importance of Philos in Organizations« in: Nitin Nohria/Robert Eccles (Hg.): Networks and Organizations, Boston: Harvard Business School, 216–239.

      Krackhardt, David 1999: »The Ties that Torture: Simmelian Tie Analysis in Organizations« Research in the Sociology of Organizations 16, 183–210.

      4 Die hier verwendeten Daten sind verfügbar unter: http://vlado.fmf.uni-lj.si/pub/networks/data/esna/hiTech.htm (abgerufen am 4.12.2015).

      5 Speziell für die fortgeschrittenen Analyse-Tools gibt es inzwischen die Suite statnet (https://statnet.csde.washington.edu/). Ein Online-Tutorium für Netzwerkanalysen in R finden Sie hier: http://sna.stanford.edu/rlabs.php

      6 Krackhardt selbst hat in der Firma nicht nur die Angaben der Beteiligten zu ihren Beziehungen erhoben, sondern auch ihre Einschätzungen zu den Beziehungen anderer. Damit kann er das Problem lösen, indem er für die Beziehungen von Fran, Quincy und York die Einschätzungen der anderen heranzieht. Diese Vorgehensweise ist allerdings sehr aufwändig und in üblichen Netzwerkstudien kaum zu bewerkstelligen.

      7 Bei Krackhardt nennt etwa Chris 16 Freunde, wird aber nur von zwölf anderen als Freund bezeichnet. Umgekehrt nennt Rick nur neun Freunde, wird aber elfmal als Freund angegeben. Für beide ergeben sich ganz unterschiedliche Zentralitätsmaße.

      8 Alternativ können wir einen anderen Reziprozitätswert berechnen. Dieser gibt nicht den Anteil reziproker Beziehungen, sondern den Anteil erwiderter Beziehungsangaben an ([Method/Arc-based] in UCINET). Dieser liegt hier bei 112/147 = 76,2 Prozent. Beide Messmethoden sind möglich und lassen sich auch unproblematisch ineinander umrechnen.

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