Название | Steinschlag im Suldnertal |
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Автор произведения | Kh Beyer |
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Издательство | |
Год выпуска | 2025 |
isbn |
„Wir stehen morgen etwas später auf“, sagt Monika zu ihm tröstend.
Mit dem Quad fahren die Zwei in Monis Hütte. Papa Lukas ist noch da. Er richtet den Zweien die Kalbspflanzerln. Toni möchte drei. Monika auch. Lukas lauscht den Zweien. Langsam zieht es ihm die Augen zu, trotzdem das, was die Zwei erzählen, spannend ist. Er kann das einfach nicht fassen. Er bewunderte Marco P. ganz besonders.
Monika geht zuerst aufs Zimmer. Sie steht unter der Dusche als Toni ihr folgt. Drei aufreizende Gesten von ihr und Tonis Müdigkeit scheint überwunden. Toni schüttelt mit dem Kopf bei dem Anblick. Ein Engel steht unter der Dusche. Allein. Nichts hält ihn.
Lukas weckt die Zwei am späten Morgen. Er hält das Telefon in der Hand. Marco ist dran.
„Nach unseren Erkenntnissen waren es ein oder mehrere Fahrer aus einem gegnerischen Team.“
„Wie? Was?“
Toni ist noch nicht bei der Sache.
„Wir haben an den Steinproben, Spuren von Radfahrerhandschuhen gefunden.“
„Die Handschuhe benutzt doch jeder Amateur heutzutage.“
„Aber nicht die. Eigentlich waren die Handschuhe nur die Überträger.“
„Ich kann deiner Spur nicht folgen.“
„Wir haben Spuren von einer Sitzcreme gefunden, die noch nicht auf dem Markt ist und von Profis als Test benutzt wird.“
„Da muss erst Mal Einer drauf kommen.“
„Für uns war das auch neu. Ein italienischer Kollege, Radfahrer, hat uns drauf gebracht.“
„Jetzt müssen wir nur das Team finden, das die Creme benutzt.“
„So einfach ist das nicht. Der Hersteller hat mehrere Teams beliefert.“
„Wir fangen also wieder von Vorne an?“
„So auch nicht. Jetzt geht es darum, heraus zu bekommen, wer an diesem Tag oder zuvor, in dieser Gegend gefahren ist.“
„Naja. Das ist wenigstens auch genug Arbeit.“
„Wir sehen uns frühestens heute Abend. Ich warte immer noch auf Proben und Laborergebnisse.“
Monika hat Alles mit gehört.
„Wir können noch Mal.“
„Unersättlich das Weib.“
Toni fügt sich in Erwartung eines richtigen Wiener Schnitzels.
‚Etwas Lohn muss sein‘, denkt er sich.
Papa Lukas hat schon Kaffee und Kuchen mit gebracht.
„Den hat Frieda gebacken.“
„Der schmeckt nach Frieda“, sagt Monika.
Lukas schaut Monika in die Augen und verschwindet ohne ein Wort zu sagen.
‚Was hat sie ihm für ein Zeichen gegeben?‘, fragt sich Toni.
Gegen Mittag wecken Beide auf. Sie gehen nach Unten in die Küche. In der Küche steht, wie in vielen Südtiroler Küchen, der Personaltisch. Alle sitzen beisammen und essen Krapfelen vom Kalb. Luici der Koch, hat eine Zwiebelsauce und Stampfkartoffeln dazu gekocht. Es riecht köstlich. Als sie Toni und Monika bemerken, kichern sie etwas.
„Geht es dir gut, Toni?“, fragt Lukas. Alle kichern noch einmal. Monika wird etwas rot.
„Ich hab Hunger“, antwortet Toni. Jetzt lacht Monika.
„Ich auch.“
„Und du, Luici? Hast du auch Hunger?“
Jetzt wird Magdalena, die Tutto fare, rot.
‚Volltreffer‘, denkt sich Toni. Monika lacht etwas lauter. Sie kennt Luici schon lange und weiß von dem Verhältnis. Luici ist verheiratet. In Mailand.
Die Hüttenwirte erwarten heute einen großen Ansturm. Vor der Hütte sind schon sehr viele Wanderer mit Kindern. Sie reiten gerade auf dem Hausesel. Dem Esel scheint das zu gefallen. Toni hört ihn in der Küche. Die Grauen sind etwas weiter Unten auf der Weide. Kommende Woche will sie Lukas umsetzen. Toni soll ihm dabei helfen. Monika auch.
Die Zwei sind dankbar, bei all dem Schlechten, auch Gutes erleben zu dürfen. Ein schöner Zeitvertreib.
Die ersten Kräuter zeigen sich schon. Auch der Bärlauch im Familienversteck.
Auf dem Zimmer besprechen die Zwei das weitere Vorgehen. Monika will mitfahren und helfen. Toni sagt nicht Nein. Zuerst wollen sie zu Luise nach Prad fahren. Es geht immer noch um die Mannschaften, Zeugenaussagen, andere Hotels und um Spuren. Monika traut den Ermittlungen – so, nicht.
Die ersten Motive
Nach dem Mittag brechen die Zwei auf. Luise in Prad erwartet sie schon. Vielleicht bleiben Monika und Toni über Nacht. Das Zimmer steht bereit.
Die Fahrt vom Aschbach in die Töll ist heute etwas abenteuerlich. In der Nacht hat es ziemlich streng geregnet. Am Morgen ist kaum noch etwas zu sehen am Himmel.
Frieda hat den Zweien, Kalbskrapfelen und Ultner Brot eingepackt. Toni schüttelt mit dem Kopf.
„Frieda hat tatsächliche Angst, wir würden unterwegs verhungern.“
„Ohne Speis und Trank im Gepäck, verlassen wir nie das Haus“, antwortet Monika.
Toni muss lachen. Eigentlich sollte er ihr Recht geben. Er verzichtet.
Zuerst fahren sie ins Hotel Suldenklotz in Prad. So viel sie erfahren haben, sind dort zwei Mannschaften. Team – Kette und Team – Griff. Das sind wahrscheinlich deutsche Firmen. Die Fahrer dürften gemischt sein wie bei den anderen Teams. Das spekulieren die Beiden. Marco war schon mal dort. Die Teams hat er dort aber nicht komplett angetroffen. Damit fehlen den Ermittlern ein paar Aussagen.
In Prad angekommen, bemerken die Zwei einen gewaltigen Trubel vor dem Hotel Mücke. Das macht sie neugierig. Vorm Hotel steht auch der Gemeindepolizist, Seppi. Bei dem halten die Zwei an und fragen, was da los ist.
„Das Team Schoko hat eine Pressekonferenz gegeben und hundert Kilo Schokolade verschenkt.“
„Wie scheint, ist das deren Gewohnheit.“
„Die machen das überall.“
„Verschenken die richtige Schokolade oder Pilotenschokolade?“
„Ich weiß nicht. Hier sind zwei solche Minitafeln für euch. Was ist Pilotenschokolade?“
Seppi hat auch zu gegriffen. Toni würde eine probieren und die andere ins Labor schicken. Heimlich. Es gibt keine Anzeige.
„Pilotenschokolade ist mit Koffein.“
„Hab ich nicht gewusst.“
„Es gibt auch Schokolade mit Abführmitteln.“
„Die ist aber sicher nicht für Piloten“, antwortet Seppi lachend.
„Gab es Medienanfragen wegen dem Tod von Marco?“
„Unser Südtiroler Regionalfernsehen hat das aufgezeichnet.“
„Wir werden dort mal eine Kopie anfordern. Mich interessiert die Reaktion des Teams.“
„Viel Glück bei der Klärung des Falles. Wir können das nicht gebrauchen hier in Prad. Obwohl das zu mehr Popularität bei getragen hat.“
„Die Hoteliers wird es freuen.“
„Die sind so und so belegt mit den Radfahrern und Fans.“
‚Deswegen sind hier so viele Caravan – Fahrzeuge‘, denkt sich Toni. Er fragt sich langsam, woher das die Leute gewusst haben. Wie scheint, haben ausländische und Italienische Nachrichtenagenturen fleißig Meldungen verkauft. Komisch. Ein Toter bringt diesen Leuten auch noch Gewinn. Dabei scheint es Unterschiede zu geben. Ein toter Afghane oder Libyer bringt offensichtlich, weniger.
Nach dem Gespräch mit Seppi, dem Ortspolizist, fahren sie Zwei weiter zu Luise. Vor dem