Steinschlag im Suldnertal. Kh Beyer

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Название Steinschlag im Suldnertal
Автор произведения Kh Beyer
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Год выпуска 2025
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Toni sollen nun in den jeweiligen Hotels und Gaststätten, die Proben jener sammeln, die als Mörder Marco P‘s in Frage kämen. Eine Theorie haben sie noch nicht. Ein Motiv können sie beim besten Willen nicht erkennen.

      Zuerst gehen sie zu Luise im Hotel Prad und suchen dort Spuren.

      Zumindest erhoffen sie sich im Gepäck Marco P.‘s und im Zimmer schon gewisse Anhaltspunkte. Marco ist schon da. Er sammelt sämtliche Proben und Fingerabdrücke. Er hat viel zu tun. Dieses Mal haben die Labore alle Hände voll zu tun. Hunderte Proben sind schon angefallen. Wahrscheinlich müssen andere Labore mit arbeiten. Marco ruft vorsichtshalber die Krankenhäuser an, ob sie helfen können. Trotzdem müsste er in diese Labore spezielle Kriminologen zur Unterstützung schicken.

      Die Fingerabdrücke auf den Steinen deuten etwas an. Die Steine wurden von einer oder zwei Personen extra zusammen getragen. Mit dem Befund geht Marco jetzt offiziell von Mord oder vorsätzlicher Körperverletzung aus.

      Marco muss als Erstes heraus bekommen, ob Einheimische oder der Straßendienst, eventuell die Steine zusammen getragen haben. Kritische Stellen werden sehr oft beräumt, um Steinschläge zu vermeiden. Als Nächstes will Marco feststellen, ob dort in dem Gebiet, Forstarbeiten statt fanden. Im Rahmen dieser Arbeiten werden auch oft Steine bewegt. Seine Aufgabe konzentriert sich auf die Landesämter und deren Arbeitsaufträge. Leider werden gerade die jetzt auch an Privatunternehmen vergeben. Das macht die Ermittlung besonders schwer. Keine dieser Firmen wird jemals irgendeine Fehlhandlung zugeben. Das würde unweigerlich zur Pleite dieser Firma führen. Marco muss jede Firma direkt besuchen und dort nötigenfalls, Unterlagen konfiszieren.

      Monika geht wieder in ihre Hütte. Die Hütte wird zur Ermittlungszentrale. Bei ihr laufen alle Erkenntnisse zusammen. Parallel zu Marcos Büro bei den Carabinieri. Toni meldet ihr die Ergebnisse seiner Befragungen und sonstige Erkenntnisse. Die Drei haben ein ziemlich gut funktionierendes System aufgebaut. Die zwei Inspektoren auf Abruf werden langsam zur ersten Ermittlungswaffe Marcos.

      Toni geht als Erstes zu den Mannschaften der Radprofis. In Prad, im Hotel Mücke, findet er ein holländisches Team und dessen Fans. Das ist das Team von Louis. Louis aus Lana ist erst neu in das Team aufgenommen worden. Ins Team, Schoko. Bei Veranstaltungen im Gemeindesaal von Lana, gibt Louis den Besuchern reichlich Werbegeschenke in Form von Schokolade. Seine Anhängerschaft wächst dadurch ständig. Im Ort hängen auch schon verschiedene Plakate mit seinem Antlitz.

      Louis versucht, Toni gleich mit den richtigen Ansprechpartnern bekannt zu machen. Neben dem Mannschaftsarzt ist das auch deren Trainer. Den Mannschaftsarzt finden die am Getränkebuffet. Er öffnet sich gerade eine Flasche Forst, naturtrüb. Louis stellt Toni vor und sagt dem Arzt, der sich mit Blendkopp vorstellt, seinen Namen und den Grund seines Besuches. Neben Herrn Blendkopp stehen noch zwei hübsche Damen. Eine wirkt etwas karibisch. Blendkopp stellt Toni die Damen vor.

      „Das sind unsere Masseusen, Heren und Kuiken. Wollen sie auch eine Massage?“

      Toni wird knallrot bei dem Anblick der Damen. Er will nicht fragen, was die Damen massieren.

      „Kennen sie Marco P.?“

      „Ja. Wie geht‘ s ihm?“

      „Marco ist verunglückt. Er ist tot.“

      „Ich kann es nicht fassen. Den wollten wir mal unter Vertrag nehmen.“

      „Dann kennen sie auch das Gesundheitsprofil von Marco?“

      „Aber sicher. Der Mann war topfit.“

      „Und was war mit den Bluttests?“

      „Ich kann Ihnen sogar Proben geben. Die waren alle sauber.“

      „Nehmen sie auch Blutproben von ihrer Mannschaft?“

      „Natürlich. Die sind alle sauber. Ich kann ihnen auch davon  Proben geben. Die müssen sie aber über die Carabinieri anfordern.“

      Toni lässt von der weiteren Befragung ab. Er verabschiedet sich von Mannschaftsarzt. Eigentlich hätte er den Arzt noch fragen können, wie viele Fahrer des Teams mit Sondergenehmigungen unterwegs sind. Die Fahrer mit dauerhaft erhöhtem Hämoglobinwerten haben sehr oft eine Sondergenehmigung.

      Die Frage stellt er dem Arzt beim nächsten Mal. Er ist sich sicher, den Arzt noch öfter zu treffen.

      Die zwei Masseusen stellen sich neben Toni. Sie nehmen ihn in die Mitte.

      „Bleibst du noch heute Abend?“

      Toni ist erstaunt von dem guten Deutsch, das die Damen sprechen.

      „Sie sprechen gut Deutsch.“

      „Wir haben auch in Deutschland studiert.“

      „Wie? In Hamburg?“

      „Nein. An der Sporthochschule in Köln.“

      „Ah. An der Geestemünder Straße?“

      „Du Scherzbold. Du kennst dich gut aus.“

      ‚Also kennen die Damen die Geestemünder Straße in Köln,‘ denkt sich Toni.

      „Das Auskennen ist mein Beruf.“

      Kuiken zwickt Toni in den Hintern. Wenn das Monika gesehen hätte, würde das Kuiken jetzt eine Watschen kassieren. Monika ist da nicht zimperlich als gestandene Wirtin.

      „Du könntest schon auch eine Massage gebrauchen. Du bist ziemlich verkrampft“, sagt Kuiken zu Toni.

      Toni wird etwas rot und überlegt, ob er das Angebot annehmen soll. Ermittlungsarbeit. Wenn das Monika erführe, würde er zu Hause die dreifache Ermittlung zu spüren bekommen. Monika würde das hierzulande sofort erfahren. Man kennt sich in Wirtskreisen. In Südtirol bleibt keine Nachricht dieser Kategorie länger als zwei Tage geheim. Bei entsprechender Brisanz, ist das Maul schneller als die Zeitung. Schließlich rennen wir täglich einkaufen und anschließend ins Cafe zum Viertel oder Gespritzten.

      Toni geht mit Louis noch zum Trainer. Der redet noch etwas geheimnisvoller als der Arzt. Toni hört aber Etwas heraus. Louis ist selbst erschrocken. Die Mannschaftskollegen aus Belgien haben etwas gegen Italiener und Südtiroler. Jeder dieser Fahrer scheint einen persönlichen Arzt zu haben. Den nennen sie Fitnessmanager oder Personaltrainer. Und die machen sich und ihren Schützlingen das Mannschaftsleben schwer. Ganz nebenbei erfahren sie, Marco hatte auch so einen Manager.

      Nach zehn Minuten hat der Trainer der Holländer, Mussle, in seinem Zimmer zu tun. Er entschuldigt sich und lässt Toni allein mit Louis. Kurz darauf kommt noch ein Kollege zu Louis. Er stellt sich mit Lackmus vor und wundert sich über Tonis Unkenntnis seines Namens betreffend. Den kennt schließlich jeder Rennfan. Toni bietet ihm ein Getränk an. Alkohol, Kaffee, Tee und Cola lehnt Lackmus ab. Er müsste noch zum Arzt.

      Im Gespräch, das nicht lange dauert, erfährt Toni einige Neuigkeiten. Die Rennfahrer mögen sich untereinander nicht besonders. Kein Wunder, Radfahrer sind Einzelsportler. Selbst die Hilfe für den Spitzenfahrer des Teams muss bezahlt werden. In dem Fall von einem Team oder von einer Mannschaft zu reden, ist wohl unpassend. Mit Geld gründet man ganz sicher keine Mannschaft. Das soll dann der Trainer mit dem billigem Geschwätz von Heldentum richten. Wenn das nicht hilft, müssen die Mediziner eingreifen. Um diese Sportler schlägt sich eine gewaltige Drogenindustrie. Und wehe, einer schwätzt.

      Louis sagt durch die Blume, der Lackmus schläft praktisch in einem Labor. Nebenbei erfährt Toni, Louis möchte damit aufhören und sich dem Amateursport zuwenden.

      „Wenn du denkst, dort dopen sie nicht, scheint das ein guter Vorsatz zu sein.“

      „Sobald es um ein Preisgeld geht, triffst du auch wieder die Dealer und ihre Kunden. Es geht um Beute.“

      „Mit Sport hat das wenig zu tun. Ich glaube, Monika, ihre Kollegen und ich, wir sind echte Sportler. Vielleicht auch viele Bauern, Hirten und Gärtner hier in Südtirol.“

      „Du meinst, ich solle mir lieber eine körperliche Arbeit suchen?“

      „Ja.“

      „Danke für deinen Tipp.“

      „Denk dran: Profisport ist Mord. Profimassensport ist Massenmord. Ich muss jetzt in ein anderes Hotel. Wo die Belgier schlafen.“

      „Die