Steinschlag im Suldnertal. Kh Beyer

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Название Steinschlag im Suldnertal
Автор произведения Kh Beyer
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Год выпуска 2025
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bei Bedarf.“

      „Ich helfe dir gerne.“

      „Nebenbei. Ich brauche mal ein paar benutzte Gläser oder Flaschen deiner Kollegen und der Leute, die mit euch zusammen sind. Ich rede noch mit den Wirtsleuten.“

      „Die stellen wir gleich bei Seite. Noch vor dem Spülvorgang.“

      „Wir holen die in der Nacht ab.“

      „Wo schlafen denn die Italienischen Mannschaften?“

      „Die sind nicht hier in Prad.“

      Ich muss unbedingt heraus bekommen, wo die Italiener schlafen. Vielleicht weiß Luise, Näheres.

      Bei Luise ruft Toni erst mal Monika an. Luise lässt ihr einen schönen Gruß ausrichten. Toni meldet seine Erkenntnisse. Monika erzählt von den ersten Laborergebnissen.

      Der Großteil der Steine ist untersucht worden. Es gibt an fast allen, Fingerabdrücke von nur zwei Personen. Toni schluckt. Jetzt muss er unbedingt erfahren, ob irgendwelche Baubetriebe dort zu tun hatten. Eventuell auch im Zusammenhang mit der Brücke.

      Die Gensequenzen vom Gentest sind zwar eindeutig aber schwer zu zuordnen. Dafür bräuchte es wirklich Gegenproben. Marco von den Carabinieri hat die europäischen Partner angefragt. Das wird jetzt einige Zeit dauern, bis dazu Ergebnisse vorliegen.

      Bei Luise ist ein befreundeter Bauer des Ortes. Der holt im Sommer gern den Grünschnitt von Luise. Luise bekommt dafür Eier und auch etwas Fleisch. Schorsch, der Bauer meint, Bauern würden in diesen Berg nie einsteigen. Dort wäre es viel zu gefährlich. Außerdem gibt es dort nichts zu holen. Den eventuell fälligen Baumschnitt macht die Feuerwehr.

      Das Stichwort hat Toni noch gefehlt. Die Feuerwehr. Er muss jetzt heraus bekommen, wer dort wann, Bäume beschnitten hat. Toni geht davon aus, der Beschnitt wird mit einer Kranhebebühne gemacht. Mit einem Telestapler. Die Einzigen, die so Etwas griffbereit haben, sind die Feuerwehren. Toni muss nach Schlanders, um Genaueres zu erfahren. So viel er weiß, gibt es das auch in Schluderns. Das wäre näher. Er ruft dort an.

      Die Schludernser schicken Toni nach Schlanders. Ihr Gerät wäre aktuell in der Reparatur. Toni fällt ein, zur Not ginge auch eine Feuerwehrleiter. Er muss unbedingt den Platz erreichen. Vielleicht gibt es dort noch mehr Spuren. In Schlanders bekommt er die Hebebühne. Morgen Früh trifft man sich bei Luise.

      Luise hat ein paar Gäste im Haus. Es gibt Rippelen. Toni bleibt gleich hier. Ihm tropft der Zahn. Er wird von Louis begleitet. Jetzt kann er Louis noch ein paar Einzelheiten aus der Nase ziehen. Louis wirkt nicht besonders offen und gesprächsfreudig. Trotzdem erfährt er, Marco P. hatte auch viele Feinde in seiner Mannschaft. Heuchler, wäre wohl der bessere Begriff.

      Marco ruft noch an. Er kommt am Morgen mit. Er möchte auch neueste Erkenntnisse mitbringen. Außerdem weiß Marco, in welchen Hotels und Pensionen andere Mannschaften untergebracht sind. Es sind reichlich. Er spricht von Dänen und von Teams, die selbst Toni nicht kennt. Toni ist aber auch kein ausgesprochener Fan der Dopingfestspiele. Er weiß nur von Marco, wie oft die Carabinieri wegen der Dopingsünden schon ausrücken mussten. Selbst bei Marco P. war ein kleines Blutlabor auf dem Zimmer. Luise dachte, das würde bei Unfällen oder Schwächeanfällen zur ersten Hilfe benötigt. Toni hat ihr das ein bisschen erklärt. Die Fans von Marco sind davon unbeeindruckt. Sie sind der Meinung, das gehört dazu.

      An sich ist das Radfahren, auch unter Doping, eine extreme Belastung. Zumindest so, wie es aktuell, professionell betrieben wird. Gesund kann das nicht sein. Es grenzt eher an eine schwere Körperverletzung.

      Luise sagt zu Toni, im Kühlhaus im Keller steht noch eine Kühlbox von Marco P..

      „Die schau ich mir später an“, antwortet Toni. Er wartet auf den Morgen, um die Box, Marco, dem Kommissar zu übergeben.

      Jetzt, nach dem Essen und den Gesprächen, hätte Toni eigentlich noch Lust, seine Monika zu besuchen. Er ruft an, ob sie noch auf ist. Sie ist aber nicht auf dem Aschbach, sondern auf ihrer Hütte. Das würde wirklich zu lange dauern. Toni verabschiedet sich von dem Wunsch und geht auf sein Zimmer.

      Luise weckt Toni mit dem Telefon. Es ist halb Sieben.

      „Marco und die Feuerwehr aus Schlanders sind angekommen.“

      „Ich komme sofort.“

      Luise hat schon Rührei, Brot und Aufschnitt gedeckt. Reinhold hat frische Brötchen von Bäcker geholt.

      Nach dem Frühstück gehen alle Beteiligten los zur Unfallstelle. Sie müssen die Straße halbseitig sperren. Die Talbewohner schimpfen etwas.

      „Ausgerechnet zu der Zeit, zu der wir auf Arbeit müssen.“

      Die Verspätungen werden in den jeweiligen Firmen schon Schäden hinterlassen. Im Raum um Prad und im Müstairtal, sind reichlich Firmen angesiedelt. Auch die Pendler, die in der Schweiz und im Grenzbereich arbeiten, schimpfen. Marco hat den Zeitpunkt schlecht geplant. Zumal das Tageslicht eh etwas auf sich warten lässt an der sehr dunklen Stelle des Tales.

      Das Einrichten der Technik dauert etwas. An den Korb der Arbeitsbühne müssen noch Scheinwerfer montiert werden. Den Stromgenerator hat die Feuerwehr gleich mit gebracht.

      Toni wirkt etwas unsicher auf der Plattform. Der Kollege von der Feuerwehr lacht ihn fast aus:

      „Bist du nicht gewohnt. Keine Angst. Da passiert nichts.“

      Sie kommen an der Stelle an, von der sich die Steine gelöst haben sollen. Bisher war das eine Vermutung. Hier ist die einzige Schanze, auf der sich eine derartige Menge an Steinen sammeln konnte. Volltreffer. Die Steine haben tatsächlich hier gelegen. Den Zweien wird umgehend klar, von allein können die sich unmöglich gelöst haben. Es bleibt zu klären, wie sich die Leute, welche die Steine lösten, bis hier her bewegen konnten. Toni sucht Hilfsmittel und Vorrichtungen, die das ermöglichen. Tatsächlich sind an kleinen Bäumchen, an Grasnarben und im Moos, Spuren zu sehen. Toni zieht auch davon Proben. Vielleicht ergibt sich eine Spur auf die verwendeten Hilfsmittel. An bestimmten Steinen sind Scheuerstellen sichtbar. Von diesen Stellen zieht Toni auch Proben. Etwas weiter oben findet Toni Reste von Textilien. Und kurz bevor sie zurück wollen, sieht Toni tatsächlich eine Tube mit Vaseline. Rüdiger, der Feuerwehrmann lacht.

      „Die gleichen Funde haben wir bei Wohnungsbränden.“

      An zwei – drei kleinen Birken zieht Toni noch Fingerabdrücke.

      „Das muss jetzt reichen“, sagt er.

      Die Feuerwehr samt Carabinieri ziehen ab. Ein paar Schaulustige sind stehen geblieben. Deren Fragen beantwortet Toni etwas wässrig.

      „Wir untersuchen einen Unfall.“

      Das reicht für die Passanten.

      Die Zwei haben etwa einhundert Proben im Gepäck neben diversen Funden. Ein paar Textilreste, die Vaseline und sogar den Teil eines Preisschildes.

      „Damit lässt sich schon Etwas anfangen“, sagt Toni.

      „Habt ihr ein eigenes Labor“, fragt Rüdiger. „Oder soll ich das ins Feuerwehrlabor mitnehmen.“

      „Wir haben ein eigenes Labor. Euer Labor ist doch das Unilabor.“

      „Teilweise.“

      „Gehen wir noch einen Kaffee trinken bei Luise?“

      „Natürlich. Luise wird sicher auch wissen wollen, ob wir haben, was wir suchten. Ich habe auch schon wieder Hunger.“

      Nachdem sie bei Luise noch das zweite Frühstück genommen haben, gehen die Zwei. Toni bleibt heute nicht bei Luise. Er fährt zu Monika in die Hütte. Dort können sie zusammen die Erkenntnisse sortieren und einen Ermittlungsplan festlegen.

      Außerdem braucht Toni jetzt etwas Motivation. Davon hat Monika genug.

      Toni fährt mit dem Motorrad bis an seine Garage. Monika wartet schon.

      „Wir können bis nach Oben fahren mit dem Moto.“

      Gesagt getan. Oben angekommen, wartet ein Elektroquad, angesteckt vor Tonis Hütte. Mit dem fahren sie zusammen in Monikas Hütte. Die hat geöffnet und ist gut besucht.

      Im