Название | Der Geistervater |
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Автор произведения | Red Collins |
Жанр | Языкознание |
Серия | |
Издательство | Языкознание |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783847695653 |
„Ich frage mich aber trotzdem, wie ich meinen Vater von seinem Geist-Dasein wohl erlösen kann“, grübelte Tom vor sich hin.
John klopfte ihn auf den Rücken. „Keine Angst, wir finden schon irgendwie einen Weg das zu tun. Wir sind bestimmt nicht die einzigen, die die Zombie-Plage bekämpfen. Vielleicht hat ein anderer eine brauchbare Idee.“
„Aber, wie war es denn beim ersten Auftreten der Zombies?“, warf Tom ein. „Wir waren die einzigen, die sich ihnen in den Weg gestellt haben!“
John schüttelte den Kopf. „Das kann ich dieses Mal nicht glauben.“
„Hmmm“, machte Tom nachdenklich. Er schwieg für den Rest des Weges. Zu viele Wenn und Abers gab es zu bedenken. Seiner Meinung nach konnten sie froh sein, wenn sie lebend aus der Angelegenheit herauskamen.
Die Bahn fuhr in den Bahnhof ein. John und Tom warfen einen prüfenden Blick in den Führerstand der Bahn. Dort tat aber ein normaler Mensch seinen Dienst und kein Geist oder ein Zombie. Wussten die Leute in den umliegenden Städten überhaupt, was sich hier alles ereignet hatte?
Die beiden stiegen ein und blieben während der gesamten Zugfahrt still. In ihrem Abteil war niemand zu sehen. Erst als sie aussteigen wollten, bemerkten sie einen Penner, der im hinteren Teil ihres Wagens mitfuhr. Er lag schnarchend auf einer ganzen Bank.
„Schlaf weiter“, scherzte John.
„Du könntest auch deinen Teil zur Verteidigung der Menschheit beitragen“, grinste Tom.
Mit weniger trüben Gedanken marschierten sie zu dem östlichen Teil von Greensburrow.
Als sie am unteren Ende des Neubaugebietes angekommen waren, schauten sie nach oben. Das Haus konnten sie von hier aus aber noch nicht sehen, da die Straße in Serpentinen nach oben und um den Hügel herum führte.
„Also, auf geht’s“, meinte Tom und klatschte in die Hände.
„Nach, dir, Tom!“, sagte John.
Beide lachten und stapften die Straße nach oben. Unterwegs kam ihnen ein Auto entgegen. Der Fahrer hupte sie an und winkte ihnen zu. Die beiden Jungen nickten dem Fahrer zu. Als sie auf seine Signale nicht reagierten, hielt der Autofahrer an und kurbelte die Scheibe nach unten. „Haut ab! Da oben stimmt irgendetwas nicht! Es ist gefährlich! Ich glaube, ich habe einen Zombie oder so was Ähnliches gesehen.“
„Wir wissen, dass mit dem Haus da oben auf dem Hügel etwas nicht stimmt“, informierte ihn John.
„So?“, wunderte sich der Fahrer.
„Ja“, bestätigte Tom. „Es wurde auf einem ehemaligen Friedhof erbaut. Wir sind hier, um uns darum zu kümmern.“
„Oh, wirklich?“
Beide nickten stumm, aber zu allem entschlossen.
„Wir werden es, falls es nötig ist, abfackeln“, versprach Tom mit eiserner Miene.
„Dann kann ich euch beiden nur viel Glück wünschen“, sagte der Fahrer schließlich. „Ich halte es hier nicht mehr aus. Ich habe meine sieben Sachen gepackt und bin unterwegs in die Stadt, wo meine Frau und Kinder schon auf mich warten. Ich bin nur mal schnell zurückgekommen, um die letzten Wertsachen zu holen.“
„Alles klar!“, sagte John. „Wenn alles nach Plan verläuft, können Sie bald wieder hier einziehen.“
„Ich werde vorsichtshalber mal die Armee verständigen“, bemerkte der Fahrer.
„Das kann nichts schaden“, freute sich Tom, der John und sich nun nicht mehr nur alleine gegen das Unbekannte kämpfen sah. „Sie können sich nämlich nicht vorstellen, was wir bisher hier alles so erlebt haben.“
„Ja“, pflichtete ihm John bei. „Eines Tages werden wir ein Buch namens ‚Der Geistervater‘ schreiben, in dem wir alle unsere Schreckenserlebnisse beschreiben werden.“
„Das werde ich mir dann kaufen“, versprach der Familienvater und verabschiedete sich von John und Tom. Er winkte den beiden noch aus dem Fenster, als er Gas gab und mit dem Auto Greensburrow endgültig verließ.
„Der hat es gut“, meinte John. „Er ist in Sicherheit.“
„Ich hoffe, dass ich mich nicht irre, wenn ich sage, dass wir das Abenteuer auch bald hinter uns haben werden.“
„Das hoffe ich auch.“ John wusste aber instinktiv, dass diese Hoffnung trügerisch war. Intuitiv wusste er, dass ihnen noch Schreckliches bevorstand, er wollte es seinem Freund aber nicht auf die Nase binden. Höchstwahrscheinlich wusste er es auch.
Das gesuchte Haus auf dem Hügel lag vollkommen alleine da. Etwas abseits davon standen unbenutzte Baumaschinen herum. Bagger, Dampfwalzen und Kräne. Sie würden wohl noch zu dem Bau weiterer Gebäude in dem Viertel benötigt werden.
Das Haus hatte eine weiße Fassade und ein pechschwarzes Dach. Ein freundlicher weißer Zaun, der bisher nur an der Vorderseite aufgestellt war, sollte dem neuen Besitzer wohl Lust bereiten, darin zu wohnen. Hätte er nur gewusst, worauf er sich da eingelassen hätte. Aber noch war es nicht so weit. Das Haus hatte noch keinen Besitzer.
Vorsichtshalber durchsuchte John den Briefkasten. Es war ein amerikanisches Modell, bei dem der Postbote die Flagge für die Post aufrichten musste. „Hier drin ist nichts.“
„Gut“, meinte Tom. „Lass uns mal versuchen, ob wir da reinkommen.“
„OK.“
Die beiden Jungen gingen zur Vordertüre und versuchten diese zu öffnen. Sie war abgeschlossen. Tom zuckte mit den Schultern. „Was nun?“
„Dann gehen wir mal um das Haus herum“, schlug John vor.
„Bisher haben wir ja noch keine Zombie- oder Geister-Anzeichen gesehen.“ Tom schaute sich um, konnte aber auch weiterhin nichts entdecken.
„Abwarten“, sagte John.
Die beiden schlichen vorsichtig um die Ecke des Hauses. Plötzlich waren sie da. Insgesamt waren es sieben Zombies. Sie standen aber nicht bloß untätig herum und durchsuchten ihre Umgebung nach etwas, das sie fressen konnten, nein, sondern sie hantierten an einer Rolle Stacheldrahtzaun herum. Damit errichteten sie eine Barriere rund um das Haus herum.
„Heilige Scheiße!“, fluchte Tom leise.
„Das gibt es doch gar nicht!“ Ungläubig rieb sich John die Augen. „Na, wartet, ihr Drecksäcke!“ Er bückte sich und hob einen faustgroßen Stein vom Boden auf.
Tom beobachtete John dabei. „Was hast du damit vor?“
„Na, was wohl?“, grinste John und warf den Stein prüfend in die Höhe. „Sieh zu! Das wird ein Volltreffer! Wenn ich Glück habe, dann genau zwischen Augen.“ John ging einige Schritte nach vorne und pfiff dann laut.
Die Zombies hoben verwirrt ihre Köpfe, ließen die Rolle Stacheldrahtzaun auf den Boden fallen und erkannten schließlich die beiden Eindringlinge. Wütend fauchten sie sie an.
„Das ist für euch!“ John holte aus und warf den Stein auf den ihm am nächsten stehenden Zombie. Er traf ihn genau auf den Kopf. Der Zombie taumelte und kippte nach hinten um. Außer dass er noch zuckte, zeigte er kein Lebenszeichen mehr.
„Volltreffer!“, freute sich Tom. „Jetzt sind sie aber auf uns aufmerksam geworden!“
„Ja“, nickte John ernsthaft. „Nichts wie weg von hier.“
Die Zombies rannten … ja … sie rannten den beiden hinterher.
John blickte sich ängstlich um. „Was ist denn das? Die können ja schnell laufen!“
„Was ist los?“ Tom warf nun auch einen Blick nach hinten. „Was machen die denn da? Siehst du, sie rennen zu