Название | Heilen mit Seelencodes |
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Автор произведения | Roswitha Stark |
Жанр | Сделай Сам |
Серия | |
Издательство | Сделай Сам |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783863740580 |
Die linke Gehirnhälfte ist verantwortlich für Sprache, Lesen, Rechnen, Logik, Analyse, Details. Die rechte dagegen für das bildhafte Verständnis, für die Interpretation von Körpersignalen, für Intuition, Gefühl, Kreativität, für den Überblick über das Ganze. Auch konkrete Bilder wie ein Baum oder ein Verkehrsschild werden von der rechten Gehirnhälfte mit dazu passenden inneren Bildern assoziiert bzw. mit bestimmten Gefühlen und früheren Sinneseindrücken und Erinnerungen gekoppelt. Sie alle kennen das: Eine Melodie erinnert uns an verliebte Momente aus Jugendtagen, und der Duft einer Rose an den wunderschönen Urlaub vom letzten Jahr. Aus Gehirnforschung und quantenphysikalischen Experimenten weiß man inzwischen mit großer Sicherheit, dass die rechte Gehirnhälfte in der Lage ist, eine weitaus größere Anzahl an Informationen mit wesentlich höherer Geschwindigkeit zu verarbeiten als die linke Gehirnhälfte. Wer das „rational“ (mit der linken Gehirnhälfte) bedenkt, der muss sich zumindest fragen, ob es einen so großen Sinn ergibt, seine Realität vor allem aus der vermeintlichen Sicherheit des rationalen Verstandes heraus begreifen und gestalten zu wollen.
Unsere Straßen im „Schilderwald“ – oder sehen wir den Wald schon vor lauter Schildern nicht mehr?
Offene Codes wie eine erlernte Sprache dienen dem Bedürfnis, das Leben reibungsloser und effizienter zu gestalten. Es ist einfach schön, sich „gut zu verstehen“, und es ist ein gutes Gefühl, über ein zuverlässiges Arsenal an nützlichen zwischenmenschlichen Codes als Brücke zwischen Sender und Empfänger zu verfügen. Codesysteme sollten also unser Leben erleichtern. Im Alltag wird dieser Zweck allerdings nicht immer erfüllt – gerade denke ich daran, wie ich über meinen alljährlichen Steuerformularen sitze. Zeiteinsparung und Effizienz würden hier wohl durch eine Reduzierung der komplexen Formulierungen erreicht, indem man einfachere Sprach- und Satzelemente verwenden würde. Aber allgemeingültige Verständlichkeit für möglichst viele Menschen ist hier anscheinend nicht der Vater des Gedankens.
Schriften
Während Sie dieses Buch ganz selbstverständlich lesen, verschwenden Sie mit großer Sicherheit keinen Gedanken darauf, in welcher Form und Verschlüsselung Sie meinen Gedanken folgen und mit Ihren eigenen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen abgleichen. Sie müssen nicht mehr wie ein Erstklässler mühselig jeden dieser Buchstaben zusammensetzen, um den Sinn zu „verstehen“. Dies geschieht alles sehr schnell und automatisch in Ihrem Gehirn. Vor der Entwicklung der Schrift war jedoch viele Jahrtausende lang die mündliche Überlieferung von Geschichten, Botschaften und merkenswerten Informationen üblich. Wenn Sie eine Gutenachtgeschichte vorlesen, spüren Sie ihn vielleicht noch – im Anblick der gebannt lauschenden Kinder: den Zauber mündlichen Überlieferns, den Glanz des „Hörens“ und „Vorstellens“, der sich sehr wohl vom Gefühl des Selberlesens unterscheidet.
„Da der Mensch die Sprache hat als das der Vernunft eigentümliche Bezeichnungsmittel, so ist es ein müßiger Einfall, sich nach einer unvollkommeneren Darstellungsweise umsehen und damit quälen zu wollen.“
Georg Wilhelm Friedrich Hegel
Der Erforschung des Ursprungs von Schrift und Sprache widmen sich weltweit Tausende Forscher – und noch immer nicht herrscht wirklich Einigkeit darüber, wann, wo und warum wohl die ersten schriftlichen Zeugnisse entstanden sind, die Zug um Zug die mündlichen Überlieferungen verdrängt haben. Wobei auch heute noch bei zahlreichen Stämmen und Völkern der Erde, wie beispielsweise den australischen Aborigines oder anderen Eingeborenen, die mündliche Tradition bewusst hochgeschätzt und gelebt wird – vor allem in der Überlieferung und Weitergabe traditioneller Sagen und Mythen oder in den (oftmals für Fremde geheimen) rituellen Zeremonien. Diese Form der Informationsweitergabe bewirkt neben dem Kennenlernen der Geschichten und Rituale vor allem auch eine weit tiefere Verbundenheit untereinander und eine tiefe Wertschätzung der eigenen Werte und Kultur, als dies mit dem Lesen eines Textes im stillen Stübchen wohl jemals möglich ist.
Die Schrift der Cherokee, die aus spezifischen unverwechselbaren, individuell-kulturell gewachsenen Silben besteht, ist ein Beispiel für die Entwicklung einer ganz eigenen Form der Schrift.
Die frühen Hochkulturen, allen voran Sumerer und Ägypter, werden mit einer frühen und ausgereiften Verwendung der Schrift in Verbindung gebracht. Der Fundort der ersten Schrift heißt Uruk, das heutige Warka, und liegt rund 20 Kilometer östlich des Euphrat im Zweistromland. Die Funde werden circa ins vierte Jahrtausend vor Christus datiert. Ob wohl Uruks Hauptgöttin Ischtar, die Göttin der Liebe, bei der Geburt dieser Schrift mitgeholfen hat?
Die ägyptischen Hieroglyphen und die in schwere Steintafeln gehauenen Schriftzeugnisse der Vinca- und Maya-Kultur muten uns heutzutage allerdings eher wie Symbole an. Mit den uns so gewohnten „Buchstaben“ haben diese Zeichen wenig zu tun. Und ob wir deren symbolhafte tiefe Bedeutung jemals über den Weg „wissenschaftlicher“ Deutungen erfassen können, wage ich zu bezweifeln.
Neben den uns vertrauten Schriftsystemen, die schon eher wie Buchstaben anmuten, benutzten Menschen wohl schon viele tausend Jahre früher geometrische Formen, Symbole oder „reale“ Abbildungen von Tieren und Gegenständen, wie wir sie zum Beispiel in Felszeichnungen sehen können. Auch bestimmte Systeme von „Zahlen“, um Botschaften zu hinterlassen, die sehr oft überlebensnotwendig waren, sind uns heute bekannt.
Von einer „Schrift“ spricht man üblicherweise erst dann, wenn man ein festes systematisches Zeichensystem dahinter entdecken kann, eine „Vereinbarung“, die auch jederzeit von mehreren „Lesern“ mithilfe eines bestimmten Schlüssels decodiert, also entziffert werden kann.
Viele alte Inschriften sind eher Symbol als Text.
Die Sprache der Tiere
Landläufig versteht der Mensch unter „Sprache“ seine eigenen Kommunikationsmöglichkeiten über Lautbildung mithilfe der Anatomie im Hals-/Rachenbereich und der Stimme. Doch ob wir „die gleiche Sprache“ sprechen, hängt nicht nur von der Lautbildungsfähigkeit ab. Taubstumme haben dieses Instrument zum Beispiel nicht zur Verfügung und setzen stattdessen Mimik, Gestik und Zeichensprache ein, um sich zu verständigen. Ob wir jemanden mögen oder nicht oder überhaupt Lust haben, mit ihm in Interaktion zu treten, hängt aber noch von viel mehr Sinneseindrücken ab, als wir landläufig meinen. Das „Sich-gut-riechen-Können“ beruht auf tatsächlich ausgesendeten subtilen Duftstoffen. Und wer beim gesprochenen Wort auch „zwischen den Zeilen liest“, nimmt die Wahrheit des Gesagten weit vollständiger auf als nur über das „bloße Hören“ der Worte.
Dass Gehör und Stimme bei Weitem nicht die einzigen und besten Verständigungsmöglichkeiten sind, das machen uns die Tiere ganz meisterlich vor. Sie kommunizieren über Körpersprache und Bewegung, Duftstoffe, Laute und den „siebten Sinn“.
Körpersprache und Bewegung
Mimische und gestische Signale sowie die Körperhaltung können Informationen übermitteln: Der berühmte Schwänzeltanz der Bienen zeigt den Weg zu Futterquellen an. Ein Hund fletscht die Zähne und stellt das Fell auf, wenn er aggressiv ist oder Angst hat. Er zieht den Schwanz ein, wenn er sich unterlegen fühlt. Er wedelt mit dem Schwanz, wenn er sich freut.
Mensch und Tier verstehen sich jenseits der Sprache.
In seinen Redewendungen zeigt der Mensch oft noch den Zugang zu solch subtilen