Название | Dr. Ferdinand |
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Автор произведения | Helmut Lauschke |
Жанр | Языкознание |
Серия | |
Издательство | Языкознание |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783742782588 |
Von den Mädchen schafften es manche zur Sekretärin, zur Angestellten bei der Post oder Telecom, zur Bankangestellten oder Serviererin in einem Restaurant oder Hotel in einer der Städte. Doch die meisten schafften es nicht, sich durch ehrliche Arbeit am Leben zu halten. Sie begaben sich in Abhängigkeit von zweifelhaften Typen, die ihnen Räume vermieteten, wo sie zu zweit oder dritt lebten und schliefen. Sie schickten die Mädchen auf den Strich und kassierten sie beim Schichtwechsel gnadenlos ab. Sie bumsten sie aus allen Richtungen sprichwörtlich weich und schlugen sie ins Gesicht, wenn sie nicht parierten. Manche Mädchen hatten einen IQ, den manche Stuhlinhaber hinter den Schreibtischen in den Ministerien und anderen Organisationen nicht hatten. Das Dilemma war, dass die meisten Mädchen keine Tanten und Vettern in den Etagen der Ministerien und Verwaltungen hatten, die sie um Hilfe und Unterstützung bitten konnten. Es war eine bittere Erfahrung, dass ohne diese Hilfe nichts zu machen war, egal, welchen Schulabschluss man hatte. So kehrten viele Mädchen, oft schwanger und vom HIV-Virus befallen, zu den Familien im Norden zurück. Sie waren nicht mehr der Stolz der Familien, wenn sie mit nichts, stattdessen mit einem Baby im Bauch oder mit dem tödlichen Virus im Blut zurückkehrten. Um so mehr waren die Heimkehrer dankbar, wenn sie den gewohnten Papp bekamen und auf ihrem Schlafplatz schlafen konnten, ohne belästigt zu werden. Sie nahmen es ohne Widerspruch hin, im Feld zu arbeiten, nach den Ziegen zu sehen und das Wasser in Kannen und Kübeln auf den Köpfen herbeizutragen, so wie es ihre Mütter und Großmütter taten. Mit der neuen Freiheit kamen neue Herausforderungen, die für viele Familien zur Zerreißprobe wurden und viele Familien zerbrachen. Kinder waren die Hauptleidtragenden, die abgemagert mit den Wasserbäuchen, den spindeldürren Armen und Beinen die erschütternden Zeugnisse der Halt-, Lieb- und Schutzlosigkeit innerhalb der zerbrochenen Familien abgaben. Ferdinand dachte an die Verse im Faust II (1. Akt):
"O Jugend, Jugend, wirst du nie
der Freude reines Maß bezirken?
O Hoheit, Hoheit, wirst du nie
vernünftig wie allmächtig wirken?"
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