Зарубежная публицистика

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Im Würgegriff der Staatsverschuldung

Michael Ghanem

Mit dem Thema Staatsverschuldung werden sämtliche Verfehlungen des Finanzsektors seit Menschengedenken assoziiert. Banken und Staaten haben noch nie ihre Schulden zurückbezahlt. Häufig wurde entweder durch Inflation, durch Kriege oder mittels Währungsschnitt getilgt. Wenn man jedoch über Schulden spricht, muss man auch fragen, wofür die Schulden gemacht wurden. Nach der neoliberalen Wirtschaftspolitik sind alle staatlichen Schulden gleich schlecht. Wenn hingegen ein Unternehmer sich verschuldet, um zu investieren, würde kein Neoliberaler ihn kritisieren. Hier sollte man gleiches Maß anlegen, wenn der Staat sich verschuldet, um Infrastrukturen zu bauen, zu renovieren, zu erhalten. Staatsverschuldung ist auch dann positiv zu beurteilen, wenn in die Köpfe der Bevölkerung und in die Forschung investiert wird, denn diese bringen auf Dauer erheblich mehr Reichtum für das Land, als wenn nach dem Gießkannenprinzip soziale Wohltaten mit Schulden finanziert werden. Dies ist grundsätzlich ein fehlerhaftes Verhalten. Die Finanzierung des Staates könnte ganz anders aussehen, wenn denn auch auf der Einnahmenseite Ausgewogenheit herrschen würde. Dass dies nicht der Fall ist, zeigt der skandalöse Steuervermeidungssport gerade der großen internationalen Konzerne. Die bei ihrer Standortwahl durchaus die niedrigste Besteuerung eines Landes zugrundelegen und gleichzeitig vom Staat die notwendige Infrastruktur erwarten, um Arbeitsplätze und damit Einkommen zu schaffen: gut ausgebildete Mitarbeiter, gute Verkehrsnetze, eine gute Forschung, ein gutes Gesundheitswesen, eine effektive innere Sicherheit, eine stabile Rechtslage. Diese Investitionen sollen letztendlich durch das Humankapital finanziert werden. Es ist an der Zeit, dass die von diesen Unternehmen und von der Finanzwirtschaft produzierte Staatsverschuldung auch nach dem Verursacherprinzip sanktioniert wird.

Entwicklungsgehilfe

Andrew Walsh

"Humor tut einem ernsten Thema gut. Anders als mit einem Lächeln ist der Umsetzung der deutschen Entwicklungshilfe nicht beizukommen, so die Überzeugung der Autoren. Dieser kreativ zugespitzte Erfahrungsbericht eines leidgeplagten Entwicklungshilfeingenieurs mag davon Zeugnis ablegen – mit viel Ironie, Sarkasmus und einigen Schüssen schwarzen Humors. So entsteht eine bissig-kritische Melange aus kämpferischem Idealismus und schonungslos ehrlicher Empathie für die Spezies Mensch. Das Ziel ist nichts geringeres als die Rettung der Welt."

Die Macht der Meinung

Otto W. Bringer

Jeder hat eine Meinung von Dingen, Gott, Natur, Politik und allem, was passiert. Auch von sich und Menschen seiner Umgebung. Solange sie nicht andere beleidigt, bedroht, ist es legitim. Lobenswert, die Meinung anderer zu akzeptieren, auch wenn sie der eigenen widerspricht. Ideal geradezu, lädt sie ein zu diskutieren. Abzuwägen, wessen Meinung besser ist. Oder zu einem Interessenausgleich kommt. Wie in demokratischen Parlamenten. In Diktaturen werden Meinungen vereinheitlicht. Gegenmeinungen bei den Nazis, Stalin, Mao Zedong mit dem Tod bestraft. In diesem Buch ist Meinungsdiktatur das Thema. Nicht nur die radikale in der Politik. Auch über Wut und Angst als Ursache von Meinungen. Das heute übliche Up-to-date-Sein. Alles, was Mode ist, diktiert Meinung und Verhalten von Millionen. Anlass, zu differenzieren.

Menschen und U-Boote

Manuel Schiffler

"Menschen und U-Boote" erzählt die Geschichte von Mannschaften und Kommandanten militärischer U-Boote sowie ihrer Konstrukteure, Befehlshaber und von Waffenhändlern. Weltweit, von den Anfängen bis heute.
Es spannt den Bogen von dem ersten, mit Muskelkraft angetriebenen Ein-Mann-U-Boot 1775 über die atomkraftgetriebenen Giganten der Gegenwart mit Interkontinentalraketen und bis zu 120 Atombomben an Bord bis zu den unbemannten Unterwasserdrohnen der Zukunft. Es bezieht 50 Länder Europas, Nord- und Südamerikas, Afrikas, Asiens sowie Australien ein. Es stellt die Kameradschaft, aber auch Konflikte zwischen den Mannschaften dar, ebenso wie schwierige Entscheidungen, wie bei Angriffen auf Passagierschiffe und bei der Hilfe für Schiffbrüchige. Die Unterstützung durch Befehlshaber, aber auch deren Skrupellosigkeit, werden ebenso beschrieben wie der aktuelle Rüstungswettlauf unter Wasser in Asien und die verbreitete Korruption beim Verkauf von U-Booten in die ganze Welt.

Viren schreiben Geschichte

Ulrich Kübler

Werden wir Klone sein, die gemeinsam mit digitalen Zwillingen eine kontrollierte Erde bewohnen? Wird diese eine Oase im Weltall bleiben, oder in ein Lager mit digitalem Facilitymanagement verwandelt werden?

Ausnahme / Zustand

Carsten Brosda

Corona, und nun? Das Coronavirus hat unsere Welt ins Wanken gebracht. Wird es unserer Gesellschaft gelingen, sich von dem Schock zu erholen und zu vermeiden, dass die Ausnahme zum andauernden Zustand wird? Wir stehen vor wichtigen Debatten über die Verletzlichkeit unseres Seins, den Wert gesellschaftlicher Solidarität,den öffentlichen Raum, den Wert wissenschaftlichen Denkens, die Logik des Kapitalismus und die Rolle des Staates. Der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda beschreibt, wie wir unsere Gesellschaft sozial und demokratisch weiterentwickeln können, wenn wir uns diesen Fragen offensiv stellen. Vor uns liegt eine Zeit, die nach politischer Gestaltungslust verlangt. So können wir sie angehen.

Juden in Sangerhausen

Peter Gerlinghoff

Die Spurensuche ermittelt Namen und Tätigkeitsfelder der Juden in Sangerhausen vom Mittelalter bis zu ihrer Vertreibung 1942. Dabei werden geschichtliche Rahmenbedingungen und Entwicklungslinien im Judentum deutlich.

Die partizipative Marktwirtschaft

Jens Mayer

Was haben systematische Steuervermeidung durch sämtliche DAX-Konzerne, Josef Ackermanns Geburtstagsfeier im Kanzlerinnenamt oder die Legalität von Hochfrequenzhandel und Schattenbanken mit «sozialer Marktwirtschaft» noch zu tun? Jens Mayer legt zunächst in der Analyse den Finger in die Wunde der Sozialen Marktwirtschaft, die nur noch zum Teil als Realität existiert, danach skizziert er konkrete und praktische Alternativen wie die partizipatorische Marktwirtschaft mit Bürgerbeteiligung und Grundeinkommen.

Zwischen Bolschewismus und Bergpredigt

Norbert Ortgies

Ludwig Bitter aus Ibbenbüren – ein Wahrheitssucher, wenn nicht Wahrheitsfanatiker. Zeit seines kurzen Lebens rang er um die Lösung der sozialen Frage, die Durchsetzung der Interessen der arbeitenden Bevölkerung.. Ebenso wichtig war ihm das Streben nach einem globalen Frieden nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs, die Solidarität mit den unterdrückten Völkern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Schon als Schüler, dann als Student eckte er an. Die Mehrheit der Akademikerschicht, zu der er gehörte, suchte ihr Heil bei den Rechtsextremen oder blieb politisch desinteressiert. Bitter war 1929 Mitbegründer des Freien Sozialistischen Studentenbundes Münster und Agitator der münsterschen KPD. Schon auf dem Sprung in eine Parteikarriere – er sprach und las Russisch – wandte er sich in Königsberg vom Parteikommunismus ab und kehrte in den Schoß der katholischen Kirche zurück. Als pazifistischer Aktivist in einem linkskatholischen Netzwerk unterhielt er Verbindungen zu Ernst Thrasolt und Alfons Erb, dem späteren Begründer des Maximilian-Kolbe-Werks. Im Sommer 1933 wurde Bitter von den Nationalsozialisten verhaftet, durchlief mehrere Haftanstalten und Konzentrationslager. Ruhelose Jahre folgten seiner Freilassung, weil er unter einem faktischen Berufsverbot als Lehrer litt. Nur die katholische Kirchgemeinde Hamburgs konnte ihm etwas länger aus seiner Not helfen. Schon bald – nach der Anzettelung des Zweiten Weltkriegs- wurde auch Bitter zur «Wehrmacht» eingezogen. 1942 fiel der Pazifist Bitter in der UdSSR in einem Krieg, den er ablehnte, für ein Regime, das er ablehnte, gegen ein Land, das er einst bewundert hatte. – Auf der Basis vieler Selbstzeugnisse Bitters wird sein tragischer Lebensweg nachgezeichnet und an ihn als eine der viel zu wenigen Persönlichkeiten erinnert, die zwar auch irren konnten, jedoch persönlich integer blieben – auch in Zeiten heftiger Verfolgung und schwerer Unterdrückung durch ein menschenfeindliches Regime.