Название | Kollateraldesaster |
---|---|
Автор произведения | A.B. Exner |
Жанр | Языкознание |
Серия | |
Издательство | Языкознание |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783847609087 |
Weder Perlhuber noch Sturm konnten jetzt noch bezweifeln, dass es sich um einen professionellen Killer handelte. Das hatte mit Sicherheit mit den Waffen zu tun. Da hatte sich das Opfer übernommen. Waffenhändler waren also im Spiel. Die wickelten ihre Geschäfte auch anders ab, als der Lottoladen an der Ecke.
Sturm eilte in sein Büro und Perlhuber telefonierte mit dem LKA.
Unterwegs forderte Sturm via Gruppen SMS alle freien Leute in den Planungsraum, direkt neben seinem Büro.
Kaffee war schnell organisiert worden. Kekse fanden sich im Kommissariat immer. Seine gesamte Truppe wartete bereits.
„Okay. Ganz saubere Arbeit bis hierhin. Der fränkische Kollege ist schwer beeindruckt. Was sind eure Ideen.“ Das Jackett auf den Haken werfend, drehte er seine Runde im Beratungsraum.
So arbeitete er am liebsten. Was er machen wollte, war ihm schon klar. Aber er forderte die Ideen seiner Untergebenen. Das war kreativer und brachte mehr. Fast eine Stunde später war alles klar. Team I würde alle Angelvereine befragen, ob etwas Ungewöhnliches auf der Warnow war. Team II würde an die Hersteller von Trailern herangehen mit der Frage, ob es Trailer in der Variante gab, dass man den Trailer zusammenfalten oder klappen konnte auf eine Größe, die in ein normales Anglerboot passte. Die anderen sollten noch einmal in die Reha-Klinik fahren, um die Patienten zu befragen, welche in der Zeit der Befragung nicht auffindbar oder aber in Behandlung gewesen waren. Der Leiter der Spurensicherung sollte mit seiner „Indianertruppe“ mit zwei Booten die Warnowufer stromab und stromauf nach versteckten Anlegestellen, einem Trailer oder einem herrenlosen Boot absuchen. Die Wasserschutzpolizei und der Zoll sowie ein Überwachungsboot von Greenpeace wurden informiert.
Sturm war die gesamte Zeit auf den Füßen geblieben. Er war die Fensterfront, von der Tafel auf der einen Seite bis zum Bild des Bundespräsidenten auf der anderen Seite des Raumes, abgeschritten. Wie immer waren es siebzehn Schritte.
„Sonst noch was?“ Auffordernd, jetzt bloß nicht mit „Ja“ zu antworten, blickte er in die Runde.
Prompt steckte die Abteilungsschreibkraft ihren Kopf in die Tür.
„Kommissar Sturm, ich glaube, das interessiert Sie. Falsch, ich weiß, das muss Sie interessieren.“ Damit überreichte sie einen langen Faxpapierstreifen.
Schon nach den ersten Sätzen hob Sturm die das Papier nicht festhaltende Hand. Das hieß sitzen bleiben.
„Na, hoppla. Rostock bringt Koryphäen ans Tageslicht! Alle Achtung. Wir haben was. In der Nähe von Magdeburg wurde vor einer Woche mit einem Maschinengewehr geschossen. Auf einem alten Truppenübungsplatz der Russen. Die Ermittler dort wurden durch einen Bürger Rostocks auf die richtige Spur gebracht. Ein Mann, der sein Geld mit den Geräuschen von Waffen verdient.“
Das Fragezeichen im Blick einiger Kollegen richtig deutend, musste Sturm die Schultern zuckend eingestehen, dass er ebenfalls keine Ahnung hatte, was damit gemeint sein könne. Jedoch hatte sofort eine Idee.
„Also, der Rostocker behauptete, dass mit einem russischen MG des Typs PKT geschossen worden war. Und tatsächlich wurden dort frisch abgeschossene Patronenhülsen für genau diesen MG-Typ gefunden. Er selbst konnte der Schütze nicht sein. Das ist erwiesen. Das ist ein Klorollenfax, deshalb haben auch wir das erhalten. Bekommt raus, ob der Mann in der Nähe ist und schafft ihn gleich zum Schießstand. Ich bin über Funk erreichbar. Wenn ihr ihn habt, komme ich nach. Wer übernimmt das?“ Erwin Bloch meldete sich genauso wie einer der jüngeren Kollegen.
Sturm reagierte instinktiv nach Dienstgrad.
„Erwin, du übernimmst diesen Waffenexperten.“
Der Arm des Neuen war immer noch oben. Sturm reagierte gnädig: „Was ist los, Kollege?“
„Eh, Entschuldigung.“ Er stand sogar noch auf. „Können Sie mir bitte sagen, was ein Klorollenfax ist?“ Ein Grinsen ging durch die Runde. „Das ist ein Rundschreiben an alle Dienststellen Deutschlands und heißt so, weil es jedes Arschloch bekommt. Und jetzt raus hier!“
Ein letzter Blick in den sich leerenden Raum. Auch der Herr Bundespräsident schien zufrieden.
Am Vormittag des Folgetages auf der Autobahn 24
„Lachmann.“ Der Fahrer, ein Mann Mitte Vierzig mit Kurzhaarschnitt, seine Haarpracht gab nichts anderes mehr her, hatte sein Headset auf, während er kurz vor Rostock langsam durch eine kleine Tagesbaustelle fuhr. „Mein Name ist Erwin Bloch. Ich bin Hauptkommissar der Polizei in Rostock. Uns kam Ihr Husarenstück in Magdeburg zu Ohren und ich wollte fragen, ob Sie die Möglichkeit hätten, uns bei einer Untersuchung zu unterstützen.“
Der Grund wurde kurz untermauert und Frieder Lachmann willigte ein. Er würde sich in Markgrafenheide auf dem kleinen Schießplatz einfinden und der Polizei gern ein paar Fragen beantworten. Ja, auch noch heute. Die Verabredung wurde präzisiert.
Den Weg kannte er. Oft genug hatten sie auf dem Schießplatz akustische Aufnahmen gemacht. Vor allem für Pistolen. Nach der Tour musste sein Auto definitiv in die Wäsche.
Er bog in den Wald ein, fuhr am wunderschönen reetgedeckten Verwaltungsgebäude der Forstwirtschaft vorbei.
Wegen ein paar wilder Eichhörnchen bremste er vor den Schienen, überquerte diese dann und erreichte gleichzeitig mit einem Passat Kombi, der aus der anderen Richtung kam, den Schießplatz. Auf dem Parkplatz wurde seine Tür schon geöffnet.
„Herr Lachmann?“
Der Mann sah nett aus. Ein bisschen fertig um die Augen und gestresst, aber nett. Ein strohblonder, großer Kerl.
„Mein Name ist Magnus Sturm von der Rostocker Kriminalpolizei.“
Der Ausweis wurde nicht nur pro forma vor