Название | Der Tod lauert im Internet |
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Автор произведения | Jutta Pietryga |
Жанр | Языкознание |
Серия | |
Издательство | Языкознание |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783752903737 |
Nicht wohl in ihrer Haut verlassen die Kommissare die Wohnung. Auf der Treppe kommt ihnen Frau Krüger entgegen. Fender bittet sie, sich um die Nachbarin zu kümmern, was sie gerne tun würde. Das hätte sie ohnehin getan, das wäre doch selbstverständlich.
Die nächste unangenehme Befragung, die von Jule, steht ihnen bevor. Aber was ist in ihrem Beruf schon angenehm, fragt sich Fender.
Acht Häuser weiter bietet sich Lohse an, diesmal die bedauerliche Nachricht zu überbringen. In dem Wissen, wie unsensibel sein Kollege in solchen Angelegenheiten ist, winkt Fender ab. Erleichtert grinst ihn dieser an. So was ist wirklich nicht sein Ding.
Sie klingeln an der Tür, Lohse einen Sicherheitsschritt hinter Fender. Ein verschlafenes Mädchen mit verwuschelten blondem Haar öffnet. Auch hier schlägt ihnen übler Mundgeruch entgegen. „Eh, was soll das! Es ist fast Nacht.“
Sie stellen sich vor, Fender sagt. „Entschuldigung, aber wir müssen ihnen leider eine traurige Nachricht überbringen.“
Das Mädchen schaut sie erschrocken an, dreht sich mit bleichem Gesicht um und läuft zu einer Tür.
„Was ist los! Warum reißt du die Tür so auf. Spinnst du!“ Hören sie eine weibliche Stimme entrüstet rufen.
„Gott sein Dank! Du bist zu Hause!“
„Warum soll ich nicht zuhause sein!“
„Ich dachte ja nur. Weil, draußen stehen zwei Polizisten mit einer traurigen Nachricht.“
„Was!“ Ruft die unsichtbare Stimme erschrocken. Gleich darauf taucht die Stimme in der Tür auf. „Aber bitte meinen Herren, kommen sie doch herein. Entschuldigen sie mein Aussehen, aber gestern ist es spät geworden.“ Während sie ihren Morgenmantel schließt, führt sie die Kommissare ins Wohnzimmer.
Mit gedämpfter, mitfühlender Stimme versucht Fender, das Geschehen schonend mitzuteilen. Als wenn so eine Mitteilung jemals schonend sein könnte. Die Augen der ihnen gegenüber sitzenden Frauen weiten sich entsetzt. „Gut, dass es nicht Jule ist,“ denkt die Mutter, schämt sich gleich darauf, weil sie das gedacht hattet. Zu laut, mit leicht euphorischer Stimme, sagt sie. „Ihr wart doch gestern zusammen unterwegs Jule. War da irgendetwas?“
Fender, der gerade selbst diese Fragen stellen wollte, blickt das Mädchen fragend an. Lohse zückt sein Notizblock, bereit Wichtiges zu notieren.
Stockend berichtet Jule von dem Abend, von einem dunkelhäutigen älteren Mann, der auffällig oft mit Nele tanzte und von dem Gefühl verfolgt zu werden. Doch, jetzt sei sie sicher, da war jemand. Ein paarmal sahen sie einen Schatten. Nein, mehr erkannten sie nicht, da es zu dunkel war. Zwischendurch stockt sie. Immer wieder muss sie die unaufhörlich fließenden Tränen wegwischen.
„Hätte ich bloß darauf bestanden, dass Nele bei uns schläft. Ich hatte so ein komisches Gefühl.“ Ihr Weinen wird stärker. Tröstend nimmt die Mutter sie in den Arm und streicht ihr beruhigend über den Rücken. Ihre Augen schauen Fender bittend an.
„Okay, das reicht dann erst mal für heute. Vielen Dank! Wenn ihnen noch etwas einfällt, was uns helfen könnte, rufen sie bitte an.“
Er gibt ihr beim Aufstehen seine Visitenkarte.
Draußen, im Treppenhaus argwöhnt Lohse. „Glaubst du, da ist etwas dran mit diesem mysteriösen Schatten?“
„Hmm...,ich weiß nicht.“
„Junge Mädchen haben manchmal die erstaunlichsten Fantasien.“
„Aber andererseits..... Auf alle Fälle sollten wir es, nicht außer Acht lassen.“
Kapitel 11 Internet
Er setzt das Glas Rotwein ab und fährt den PC hoc. Dann wählt er das Icon seines bevorzugten Datingportals und loggt sich ein. Bei der immensen Auswahl an Single-Chats Seiten ist es ihm schwerfgefallen, sich zu entscheiden. Die kostenlosen ließ er schließlich links liegen und wählte ein Portal, das zwar Geld für das Kontakteknüpfen nimmt, ihm aber halbwegs seriös erschien. Die Anmeldung war recht aufwendig, mit wie ihm schien, tausend Fragen „was magst du, wie bist du, was kannst du....“und so weiter. Es dauerte ewig, bis er alles beantwortet hatte.
Beim Ausfüllen seines Profils schilderte er sich in den schillernsten Farben. So wie er sich sieht. sSo wie er sein möchte, sein soll. Schließlich will er bestens rüberkommen. Interesse erregen. Beim Aussuchen eines Profilbildes zögert er. Will erst keins nehmen. Was, wenn ihn jemand erkennt? Dann sagt er sich jedoch, dass seine Chancen ohne Bild schlecht aussehen würden.
Er klickt die Matchingfunktion an. gespannt. Brennt vor Ungeduld zu erfahren, ob inzwischen jemand sein Profil angeschaut, sich für ihn interessiert hatte. Etliche Frauenprofile hatte er bereits kenntzeichnet. Diejenigen, die er als ansprechend empfand, als „gefällt mir“ markiert. Jetzt ist er gespannt, ob mit einem dieser „Gefällt-mir-Klicks“ eine gegenseitige Übereinkunft mit anderen Usern besteht. Ist dies der Fall, werden diese über den gemeinsamen Match benachrichtigt. So erfahren sie, dass eine beidseitige Sympathie bzw. ein generelles Interesse besteht. Das erleichtert die erste Kontaktaufnahme.
Dann durchsucht er das Portal nach Neuzugängen, verschiebt nur die gut aussehenden in seine Merkliste. Schade, man sieht ihre Beine nicht, bedauert er. Beschließt sie später, nach dem ersten Kennenlernen, eventuell auszusortieren.
Nie hätte er sich träumen lassen, auf einem Datingportal zu landen. Er sieht doch gut aus, als Student konnte er sich über Frauenmangel nicht beklagen. Ich arbeite zuviel, weiß er. Wer arbeitet, hat keine Zeit für eine Freundin.
Kapitel 12 Veronika
Gehetzt wirft Veronika einen Blick zur Uhr. Wieder einmal hatte sie die Zeit falsch eingeschätzt. Sie hatte zu lange gechattet. Jetzt muss sie dafür hetzen, um rechtzeitig zum Spätdienst zu kommen. Ungeduldig zwängt sie ihre füllige Figur in einen Minirock. Das dazugehörige Top zu knapp. Sie rennt ins Bad, um sich die Haare zu föhnen.
Der Typ aus dem Chatroom spukt in ihrem Kopf, lässt ihre Fantasie Purzelbäume schlagen. Leider war er nicht online, dafür andere. Gestern, mit den Freunden im Biergarten, fühlte sie sich, wie so oft, als das fünfte Rad am Wagen. Die Anderen schmusten unentwegt, und sie saß wie blöd daneben, wusste schon gar nicht mehr, wohin sie gucken sollte. Sie hatte den Eindruck, dass jeder sie mitleidig ansah. Jeder? Auf alle Fälle der gutaussehende dunkle Typ vom Nachbartisch. Verstohlen musterte sie ihn. Fand, er sah dem Mann aus dem Chatroom verblüffend ähnlich. Doch so einen Schönling konnte sie sich abschminken.
Sie wollte den Freunden nicht beim Knutschen zusehen und blickte umher. Ihre Stimmung kam der Nulllinie gefährlich nahe. Überall Pärchen! Keiner solo. Außer sie und der Typ am Nachbartisch. Doch der schien zufrieden. Zum xten Mal hatte sie sich die Frage gestellt, warum ausgerechnet sie allein ist? Die anderen Frauen sahen keineswegs besser aus. Die paar Gramm zuviel! Außerdem manche Männer mögen das.
Veronika schreit auf! Sie hatte zu sehr an der Bürste gezehrt. Ungeduldig, weil sie frustriert ist, bekommt sie diese nicht heraus. Die Haare haben sich in der Rundbürste verheddert.
Die Freunde bemitleideten sie, rieten ihr zum Chat. Veronika sagt ihnen nicht, dass sie das längst tat, schämt sich deswegen. Seit einiger Zeit chattet sie regelmäßig mit jemanden, der nett zu sein scheint. Er drängelt, will sie kennenlernen. Veronika ist unschlüssig. Misstrauisch wie sie ist, findet sie, dass er für sie einfach zu gut aussieht. Der kann doch an jedem Finger eine haben!
Sie zehrt an den Haaren, sieht sich schon zur Schere greifen. Dann aber befreit sie, sich zur Geduld zwingend, Strähne für Strähne das Haar aus der Rundbürste. Was muss ich mir bei dieser Hitze auch die Haare föhnen. Weil du gut aussehen willst du Mauerblümchen. Heißer als heiß geht nicht mehr, da ist die zusätzliche Wärme des Föns auch egal. Aber der Rest muss jetzt so trocknen. Sie schnappt ihre