Название | Der andere könnte auch recht haben |
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Автор произведения | Klaus Pinkas |
Жанр | Языкознание |
Серия | |
Издательство | Языкознание |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783991310402 |
Die jeweils dominante Überlebenstechnik, also die Politik, lässt sich nach den Wörtern „kämpfen, denken und fühlen“ darstellen. Nach der Reichsidee überlebt der am besten, der gut zu kämpfen weiß, also der Stärkste. Auf der Zwischenstufe, auf der wir uns heute befinden, ist als ein Ergebnis der Aufklärung das Denken angesagt und der Schlaueste lebt materiell am besten. Auf der dritten Stufe, nämlich der demokratischen, die auch von der Aufklärung initialisiert, aber nicht vollzogen worden ist, hat nur eine Menschheit Platz, die sensibel genug ist, miteinander und mit der Natur gut auszukommen.
Auf meiner Suche, eine Therapie für die Heilung des notleidenden Ökosystems zu finden, frage ich öfters Gesprächspartner, ob wohl die Aufklärung schuld an diesen Verhältnissen wäre. Das stößt auf wenig Zustimmung. Die Aufklärung ist eine für die Neuzeit wichtige Kulturtechnik; sie ist ein Prozess, der das Denken im Zentrum hat – und wer wäre schon gegen das Denken. Manche verweisen auf den Satz „machet euch die Erde untertan“ aus der jüdisch-christlichen Tradition. Aber das ist eine unfaire Schuldzuweisung, denn eine Bewegung, die den ganzen mythischen, der Sensibilität zuzuordnenden Bereich, aus der eine Religion besteht, negiert, braucht nicht einen Satz aus dieser Sphäre für die eigene Rechtfertigung herzunehmen. Die „Aufklärung“ hat bisher keine ihrer gemäße Ethik entwickelt; die christliche ist ihr nicht gewachsen.
Es muss eine Ursache geben, dass im christlichen Abendland eine naturwissenschaftlich-technische Zivilisation entstanden ist, die keinesfalls den gesellschaftlichen Ansprüchen genügt. Weder die Übernahme dieser Zivilisation durch andere Gesellschaften kann eigentlich gewünscht sein und sie taugt auch nicht für die Weiterführung durch die eigenen Nachfolge-Generationen. Diese Zivilisation ist wie ein Auto, das ohne Bremseinrichtung auf den Markt gekommen ist; es fehlt ihr die Sensibilität für gesellschaftliche Einsichten und Notwendigkeiten.
Der Mensch ist als Gemeinschaftswesen (Zoon politicon) angelegt. Das Bedürfnis, Gemeinschaft zu leben, befindet sich demnach im Unbewussten; das Wesen der Religion ist, aus dem Unbewussten zu schöpfen und darauf zu reflektieren. Die Auseinandersetzung mit den Religionen scheint mir wichtig zu sein, um aus dem gegenwärtigen Schlamassel herauszukommen. Vielleicht hilft es auch, durch Förderung des abstrakten Denkens die Wertediskussion voranzubringen. Wollen wir wirklich so leben, wie wir leben?
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