12 Jesse Trevellian FBI Thriller August 2021: Krimi Paket. A. F. Morland

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Название 12 Jesse Trevellian FBI Thriller August 2021: Krimi Paket
Автор произведения A. F. Morland
Жанр Зарубежные детективы
Серия
Издательство Зарубежные детективы
Год выпуска 0
isbn 9783956178467



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mich persönlich vorgehen«, tönte er.

      »Wollen Sie damit sagen, dass der Tod Ihrer Sekretärin Sie überhaupt nicht berührt?«, fragte mein Partner rau.

      Holden sah ihn scharf an. »Unterstellen Sie mir nichts, Agent Tucker«, wies er ihn harsch zurecht. »Ich habe nichts dergleichen gesagt. Ich lasse mich von Ihnen nicht...«

      »Wir versuchen lediglich Antworten auf die fünf ›W‹ zu finden«, fiel mein Partner ihm frostig ins Wort.

      »Auf welche fünf ›W‹?«, wollte Holden wissen.

      Milo zählte sie auf: »Wer? Wie? Wo? Wann? Warum? Jedes Mal, wenn ein Mensch keines natürlichen Todes gestorben ist, müssen wir uns das fragen.«

      Holden warf einen ungeduldigen Blick auf seine Armbanduhr. »Hören Sie, wird das noch lange dauern? Ich habe keine Lust...«

      »Ist es Ihnen lieber, wenn wir uns mit Ihnen im FBI-Building unterhalten, Sir?«, fragte ich. »Das lässt sich problemlos einrichten.«

      »Vorsicht, Agent Trevellian«, fuhr er mich gereizt an. »Vergessen Sie nicht, wen Sie vor sich haben. Ich könnte Ihnen großen Ärger machen.«

      Ich bleckte die Zähne. »Ich mag es nicht, wenn man mir droht.«

      Er hob die Hände und erwiderte scheinheilig: »Ich habe Ihnen nicht gedroht. Ich habe Sie lediglich gewarnt. Überspannen Sie den Bogen nicht, sonst sehe ich mich gezwungen...«

      »Sie können gehen, Sir«, unterbrach ich ihn.

      Er stutzte. Blinzelte. Dann sagte er: »Das ist sehr freundlich von Ihnen.« Er wandte sich an seine Frau. »Schatz, hast du gehört? Wir haben die Erlaubnis von Agent Trevellian, zu gehen. Ich denke, das werden wir auch umgehend tun.«

      Er verließ den Raum. Laura Holden, Blackfeather und Steve Tardelli - ihr Job war noch nicht zu Ende - folgten ihm.

      Milo schaute ihm grimmig nach und knurrte: »Ich kann diesen Mann nicht riechen.«

      Ich nickte. »Ich auch nicht.«

      5

      Zwei Tage danach wurde Mrs. Holden entführt...

      Sie war zu Besuch bei Audrey Zima, ihrer besten Freundin aus frühesten Jugendtagen.

      Audrey hatte sich nicht so gut gehalten wie Linda.

      Sie war so dick geworden, dass sie sich ihre Garderobe nähen lassen musste, weil ihr keine gängige Konfektionsgröße passte. Und sie gefiel sich am besten mit strohblonden Perücken, besaß gut ein Dutzend davon, in jeder Haarlänge.

      Ein Maskierter näherte sich dem Haus mit raschen Schritten.

      Die Reise durch nahezu alle Bundesstaaten war für Linda Holden sehr anstrengend gewesen, das sah Audrey Zima ihrer Freundin an.

      »Scheint eine ziemliche Strapaze für dich gewesen zu sein«, bemerkte sie.

      Linda seufzte abgespannt. »Das war es in der Tat. Ich habe so gut wie nichts davon gehabt. Jeden Tag in einer anderen Stadt, in einem anderen Hotel, in einem anderen Bett. Du weißt, wie sehr ich das hasse.«

      »Warum bist du nicht zu Hause geblieben?«

      »Andrew wollte, dass ich mitkomme.«

      Audrey lächelte spöttisch. »Und wenn dein Herr und Gebieter befiehlt, musst du gehorchen.«

      »Ich bin seine Frau.«

      »Wenn ich an deiner Stelle wäre, hätte ich Andrew schon längst in die Wüste geschickt. Er ist ein rücksichtsloser Egoist und behandelt dich wie den letzten Dreck.«

      »Du übertreibst. So schlimm ist es nun auch wieder nicht.«

      »Und er betrügt dich am laufenden Band«, setzte Audrey Zima noch eins drauf. »Kein Weiberrock ist vor deinem testosterongesteuerten Mann sicher. Du weißt das, aber du siehst großzügig darüber hinweg.«

      »Ich lasse ihn für seine Untreue auf eine andere Art bluten«, erwiderte Laura Holden gelassen. »Er muss nach jedem Seitensprung ganz tief in die Tasche greifen.«

      Audrey Zima rümpfte die Nase und schüttelte den Kopf. »Das wäre für mich trotzdem kein Leben. Mich könnte dieser Mistkerl nicht so sehr erniedrigen. Man hat als Frau doch auch eine gewisse Würde...«

      Auf dem Tisch aus Carrara-Marmor standen eine Likörflasche und zwei gefüllte Gläser. Laura griff nach ihrem und trank einen Schluck von dem süßen, cremigen, hellgelben Eierlikör.

      »Ich habe nie behauptet, dass es einfach ist, mit Andrew Holden verheiratet zu sein«, sagte sie, »aber ich habe herausgefunden, wie ich es bei ihm am besten aushalte. Man kann sich arrangieren. Und da sind ja auch noch unsere Kinder Janis und Dudley...«

      »Die beiden sind erwachsen«, warf Audrey ein.

      Laura nickte. »Aber sie leben mit Andrew und mir noch immer unter einem Dach.«

      Der Maskierte stand geduckt am Fenster und beobachtete die beiden Frauen. Als Laura Holden nach ihrem Likörglas griff, trat er einen raschen Schritt zur Seite, damit sie ihn nicht bemerkte. Er tastete sich weiter, suchte nach einer Möglichkeit, ins Haus zu gelangen.

      Audrey Zima erwähnte Yvonne Bercones mysteriösen Tod. »Kann es Mord gewesen sein?«, fragte sie.

      Laura Holden zuckte mit den Achseln. »Ich weiß es nicht.«

      »Eine Zeitung hat diese Frage gestellt.«

      »Ich kann es mir nicht vorstellen.«

      Audreys Augen wurden schmal. »Wie hat Andrew die Nachricht vom Tod seiner Sekretärin auf genommen?«

      »Es hat ihn nicht erschüttert.«

      Audrey nickte grimmig. »Er hat ein Herz aus blankem Eis.«

      »Nur schwache Menschen zeigen Gefühle.«

      »Wer sagt das?«, wollte Audrey Zima wissen.

      »Mein Mann«, antwortete ihre Freundin.

      »Das sieht ihm ähnlich«, sagte Audrey, und es klang verächtlich.

      Der Maskierte erreichte den kleinen Kräutergarten vor der Küche .Die Tür war nicht abgeschlossen. Er öffnete sie und entlockte ihren trockenen Scharnieren ein leises Ächzen.

      Audreys Kopf ruckte hoch. Sie hatte gute Ohren.

      Laura sah sie an. »Ist irgendetwas nicht in Ordnung?«

      Die füllige Freundin erhob sich schwerfällig. »Ich hole uns was zum Knabbern«, sagte sie und ging mit schweren Schritten in die Küche.

      Die Tür, die zum Kräutergarten hinausführte, war offen. Manchmal drückte der Wind sie auf. Sie schloss nicht mehr so gut wie früher. Das Türblatt musste sich durch jahrelangen Witterungseinfluss verzogen haben.

      Audrey schaute aus dem Fenster. Es herrschte Windstille. Ohne sich viel Gedanken zu machen, schloss Audrey die Tür. Im gleichen Moment traf ein harter Schlag ihren Nacken.

      Ihr wurde schwarz vor Augen, und sie fiel wie ein nasser Sack zu Boden.

      Im Livingroom griff indes Laura Holden