Название | der bauschaden Spezial Feuchteschutz in der Altbausanierung |
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Автор произведения | Dominik Krause |
Жанр | Сделай Сам |
Серия | |
Издательство | Сделай Сам |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783865868121 |
Bild 14: Belastung von Gebäuden (Quelle: Martin Horn)
In den Teilen 4 bis 7 der DIN 18195 sind die anzuwendenden Stoffe gemäß der Auflistung in DIN 18195-2 sowie deren Anwendung an den einzelnen Bauabschnitten auf der Basis der Belastung durch das Wasser beschrieben. Darin werden jedoch keine Aussagen zum jeweiligen Lastfall getroffen, also z. B. der Frage, wann anfallendes Sickerwasser nicht stauend bzw. stauend ist. Die erforderlichen Randbedingungen werden nicht beschrieben. Die Ursache hierfür liegt in der Bearbeitung der Erstausgabe der DIN 18195. Damals ging der Normausschuss in erster Linie von der Anwendung von Bitumenbahnen als Abdichtungsmaterial aus. Die Norm wandte sich in erster Linie an Bauwerksabdichter. Diese Voraussetzungen sind jedoch zwischenzeitlich überholt, weshalb eine Überarbeitung der Abdichtungsnorm zwingend erforderlich war.
In den neuen Einzelnormen zur Bauwerksabdichtung werden die Materialien und deren Anwendung dem jeweiligen Anwendungsbereich zugeordnet sein (siehe folgendes Bild).
Bild 15: Zuordnung der neuen Abdichtungsnormen zu Bauteilen (Quelle: Peter Schmidt)
Die Normenreihe E DIN 18533[4] umfasst dabei die Abdichtung von Gebäudeteilen im erdberührenden Bereich. Diese Norm ist jedoch, wie alle DIN-Normen, in erster Linie beim Neubau von Gebäuden anzuwenden. Sie gilt nicht für die nachträgliche Bauwerksabdichtung, es sei denn, es können Voraussetzungen geschaffen werden, welche die Anwendung von in der Normenreihe beschriebenen Verfahren zulassen.
Da für die nachträgliche Bauwerksabdichtung {Bauwerksabdichtung, nachträgliche} bisher keine eigene Norm vorliegt, sollten sich Planer und Ausführende aktuell auf die Informationen des WTA-Merkblatts 4-6-14/D Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile (Ausgabe 11/2014) stützen, welches wichtige Hinweise für die Planung und die Ausführung nachträglicher Abdichtungen von erdberührenden Bauteilen im Gebäudebestand enthält. So z. B. sind im Abschnitt 9 des Merkblatts Prinzipskizzen für die Ausführungsdetails dargestellt. Ergänzend zum WTA-Merkblatt 4-6-14/D sind weitere WTA-Merkblätter und die Richtlinien für die Anwendung der Abdichtungsstoffe beachten.
Instandsetzung von Außenabdichtungen
Für die Ausführung einer neuen Außenabdichtung ist der erdberührende Bereich des Gebäudes bis zur Unterkante der Sohlplatte freizulegen. Dabei sind die Anforderungen der Statik bezüglich der Standsicherheit des Gebäudes zu berücksichtigen. Unter Umständen muss eine partielle Freilegung des Gebäudes geplant werden. Die Abdichtungsstoffe bzw. Abdichtungssysteme müssen über eine CE-Kennzeichnung gemäß der europäischen Normung verfügen und der deutschen Anwendungsnorm DIN SPEC 20000-202[5] entsprechen. Hiervon abweichende Produkte bzw. Systeme können angewendet werden, jedoch ist diese Anwendung vertraglich zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer zu vereinbaren. Der Auftraggeber muss zudem über alle Vor- und Nachteile aufgeklärt werden.
Das entscheidende Kriterium für den Einsatz von Abdichtungsstoffen sollte jedoch die weitgehende Anpassung der Nutzungsdauer der verwendeten Abdichtungsmaterialien an die noch zu erwartende Nutzungsdauer des Bauwerks sein.
Untergrundvorbereitung
Nach den Regelwerken sollen die Maßnahmen der Untergrundvorbereitung eine dauerhafte Haftung der Abdichtungsstoffe auf den Untergründen sicherstellen. Ausbrüche, Fugen und sonstige Vertiefungen in der Oberfläche > 5 mm sollten mit geeignetem Material aufgefüllt werden. Ecken und Kanten sollten mit einem Winkel von ca. 45 ° angefasst werden. Hohlkehlen und Innenecken sollten mit einer Ausrundung mit einem Radius von ca. 50 mm versehen werden. Für diese Hohlkehlen sind geeignete und auf den vorgesehenen Abdichtungsstoff für die nachträgliche Bauwerksabdichtung abgestimmte Materialien vorzusehen (siehe Punkt 3 des WTA-Merkblatts 4-6-14/D).
Bahnenförmige Abdichtungsstoffe
Nach wie vor werden in der Praxis bahnenförmige Abdichtungsstoffe für die nachträgliche Bauwerksabdichtung erdberührender Bauteile eingesetzt. Als bahnenförmige Abdichtungen werden Bahnen auf der Basis von Bitumen (Oxidationsbitumen- und Polymerbitumenbahnen, kaltselbstklebende Bitumendichtungsbahnen) sowie Kunststoff- und Elastomerdichtungsbahnen angewendet. Hierbei ist zu beachten, dass die ausgeführte vertikale Abdichtung an die Querschnittsabdichtung in den Wänden angeschlossen wird.
Erstabdichtung an bisher nicht abgedichtete, erdberührende Bauteile
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden erdberührende Bauteile an Gebäuden aus verschiedenen Gründen nicht abgedichtet. Ein wesentlicher Grund dafür war u. a., dass in den Kellern Lebensmittel mit einem relativ hohen Feuchtigkeitsbedarf gelagert wurden. Da sich die Nutzung der Untergeschosse von Gebäuden in den letzten Jahren jedoch grundlegend geändert hat und der Grundwasserstand in einigen Regionen ansteigt, kommt der nachträglichen Abdichtung der Bodenplatten und der Wände im erdberührenden Bereich von Gebäuden eine wachsende Bedeutung zu.
Grundsätzlich ist die Oberfläche der Bauteile im erdberührenden Bereich der Gebäude als Untergrund für die Abdichtung vorzubereiten. Dazu sind klaffende Fugen zu schließen und Ansammlungen von sandenden Bestandteilen zu verfestigen bzw. zu entfernen. Die entstehenden Vertiefungen in der Oberfläche der Bauteile sind fachgerecht aufzufüllen.
Die Ausführung der Bahnenabdichtungen {Bahnenabdichtungen} erfordert einen besonders ebenflächigen Untergrund. Die Abdichtung kann mit Oxidations- und Polymerbitumenbahnen, kaltselbstklebenden Bitumendichtungsbahnen bzw. mit Kunststoff- und Elastomerbahnen – bezogen auf den vorgegebenen Lastfall – erfolgen. Bei Einsatz von Kunststoff- und Elastomerbahnen sind Bahnen mit Selbstklebeschicht in der Mehrzahl der Anwendungsfälle vorteilhaft.
Am unteren bzw. oberen Rand kann die Fixierung mit in die Wand eingesetzten Verbund-blechwinkeln erfolgen. Dazu wird im Bauteil eine Fräsnut in einer Breite von ca. 2,5 mm und einer Tiefe von ca. 25 mm hergestellt. Diese Fräsnut wird mit dauerelastischer Dichtungsmasse gefüllt. In die noch frische Dichtungsmasse wird ein Verbundblechwinkel mit Abmessungen von ca. 15 x 60 mm eingesetzt. Dabei wird der kurze Schenkel in die dauerelastische Dichtungsmasse gedrückt und der lange Schenkel am Bauwerk mechanisch befestigt. Die Dichtungsbahn wird danach direkt auf dem Verbundblechwinkel aufgeschweißt bzw. wird diese bei Verklebung bis zum Rand des vertikalen Schenkels geführt und mit einem unkaschierten Streifen der Abdichtungsbahn mit dem Verbundblechwinkel verschweißt.
Für alle zu verklebenden Bahnentypen ist der Untergrund mit einem systemgebundenen Voranstrich zu versehen. Die Bahnen sollten möglichst hohlraumfrei auf dem Untergrund aufgelegt und mit diesem fest verklebt werden. Vorhandene Risse sind nicht entscheidend für die Anwendung bahnenförmiger Abdichtungen, da die Materialien im Wesentlichen rissüberbrückend sind. Bei der Verwendung von Kunststoff- und Elastomerbahnen kann zudem eine lose Verlegung erfolgen. Die Herstellerangaben in den Produktdatenblättern bzw. den Verarbeitungsrichtlinien sind in jedem Fall zu beachten.
Sanierung einer vorhandenen Bauwerksabdichtung
Bei Vorhandensein einer bestehenden, nicht mehr funktionsfähigen Bauwerksabdichtung ist diese besonders sogfältig zu überprüfen. Lose Bestandteile bzw. Bestandteile mit ungenügender Haftung auf dem Untergrund sind zu entfernen.