Название | Sagenbuch der Bayrischen Lande |
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Автор произведения | Alexander Schöppner |
Жанр | Языкознание |
Серия | |
Издательство | Языкознание |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783742772664 |
auf seiner festen Burg Bogenberg Hof hielt, ist das
wunderbare Bildniß der Muttergottes auf der Donau
dem Flusse zuwider heraufschwimmend ankommen
und hat auf einem Steinfelsen so lange Stand gehalten,
bis es von den Einwohnern ersehen und dem Grafen
aller Verlauf mit Verwunderung angedeutet worden.
Aswin verordnete alsobald, daß das Wunderbild
aus dem Wasser an das Land gebracht, dann mit
höchster Ehre und Andacht zur Zeit der Regierung
Abts Egino in seine Residenz getragen und in deren
Kapelle eingesetzt wurde.
99. Ludmilla von Bogen.
Wo sich der B o g e n b e r g jetzt mit seiner
Wallfahrtskirche erhebt, stand früher die Stammburg der
mächtigen G r a f e n von B o g e n . L u d m i l l a ,
A l b e r t s III., des letzten Bogeners, Wittwe wurde im
Jahre 1204 die Gemahlin des Herzogs von Bayern,
L u d w i g s I. des des Kelheimers. Die Bearb. von
einem Meistersänger, Monum. Boica XII., 92.
1.
Ein Fürst von payren kom gein pogen geriten;
Zw einer Gräfin Schön und Klug mit siten,
Er begert ir zu Freiden spil,
Si sprach, ich (nit) ein wil,
Er erwellet dann sein mein eelich man
So wil ich darumb ratt han.
Der Herr rayt in Freyem mut von danne,
Dy Gräfin vodert ir ratmanne:
Rat ir Herren edel und weis,
Ein her von payrn sezt seinen vleiß
Wie er mich äffen wolldet
Wenn ich das mit worten verscholdet
Der Rät ainer sprach vor Inn allen,
Fraw ir sult drey ritter an ainen tebich malen,
Und drey ritter dar under wol behut
Dy des Fürsten wortt merchken und ewren mut,
Das er seine wort, so taugen
Nicht mochte gelangen.
Der Fürst kom gein pogen widern
Mit gar frölichen gelidern
In der Gräfin Kammer verholen
Da dy rytter under dem tebich lagen verstolen.
Der Fürst redt der Frawen zu,
Ob sy seinen willen wolde thun.
Dy Fraw sprach und zeigt an den tebich,
Gelobt mir vor den ryttern dy ee frölich.
Der Fürst gelobt dy ee in heldes mut,
Dy Gräfin nam zu Zeugen dy ritter gut.
Gingen dy rytter frölich her für,
Der Fürst getrawrt und gedacht fur dy tür,
Er rait von dan zu landt
Im ein ander Landt.
Und da vergangen was ein ganz Jar,
Da kom der Fürst gein Landaw spatt,
Er wolt nicht da benachten
Zu seiner Hausfraw gein pogen was (wolt) er trachten.
Da sy kommen zu samen bayde,
Da vergassen sy alles ires Laide
Sy lebten mit einunder eelich (eeleich)
Als es zugehörtt der Fürsten reich
Der edlen Grafen von pogen
Helm Schilt und wappen
Ist komen an dy hochgeporen Fürsten loblich
Von payren mit erbschafft und name ewigklich.
100. Ludmilla von Bogen.
2.
Von H e i n r i c h D ö r i n g .
Die Blume der Frauen, des Landes Zier,
War Gräfin Ludmilla von Bogen,
Längst fühlte durch Neigung und Liebe zu ihr
Sich Ludwig der Bayer gezogen.
Ihr Gatte, Graf Albrecht, in Fehden gewandt,
Und rings als ein männlicher Ritter bekannt,
War jüngst mit dem tapferen Degen,
Freund Hein, im Zweikampf erlegen.
Dem Herzog schien's als die Nachricht erklang,
Nicht länger daheim zu behagen;
Es trieb ihn, die Ufer der Donau entlang,
Zum Schlosse der Gräfin zu jagen,
Er pries auf des Berges waldigen Höhn
Die Lage der Burg als bezaubernd und schön
Und bat, ihm als Huld zu gewähren,
Bisweilen hier wiederzukehren.
Bestürzt stand Ludmilla, voll sittiger Scham,
Und ließ nur mit Müh' sich erbitten,
Doch als er ihr Jawort errungen, da kam
Nun Ludwig fast täglich geritten,
Und fiel als ein loser und tändelnder Gast
Der Gräfin mitunter recht herzlich zur Last,
Die, weil sie im Stillen ihn liebte,
Sein Wesen verdroß und betrübte.
»Fürwahr,« sprach sie einst, »ein vergebliches Spiel,
Mit leerem Geschwätz mich zu quälen,
Ihr werdet so, glaubt mir's, auf immer das Ziel,
Wonach euch gelüstet, verfehlen;
Bekräftiget redlich durch Trauring und Hand
Gefühle, die längst euer Mund mir gestand!«
»Laß beides,« rief Ludwig, »als Zeichen
Der innigsten Liebe dir reichen.«
»Mit Gunsten, Herr Herzog, so weit sind wir nicht!«
Sprach lächelnd die Gräfin: »Laßt hören,
Geliebt es euch morgen den Treueid der Pflicht
Vor diesen drei Zeugen zu schwören?«
Sie sprach es, und deutete links mit der Hand,
Dort wies sich als Zierde der gothischen Wand
Geschmückt mit Wappen und Fahnen,
Ein Kleeblatt von tapferen Ahnen.
»Ho, ho!« rief der Herzog und lachte fast laut:
»Welch wunderliches Begehren!
Ihr scheint mir bei Laune, holdselige Braut,
Und unrecht wohl wär's, sie zu stören,
Drum füg' ich in seltsame Bitte mich gern,
Und leiste vor diesen gewappneten Herrn
Euch morgen den Eidschwur der Treue,
Durch den ich mich ewig euch weihe!«
Drauf reicht er am Morgen Ludmillen die Hand
Und sagte: »Ihr Ritter, seid Zeugen!«
Da dünkt's ihm, als tönte dicht hinter der Wand
Ein hallendes Echo: »Wir zeugen!«
Sie rollte sich leicht wie ein