Название | Gargoyles |
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Автор произведения | Maria Spotlight Bennet |
Жанр | Языкознание |
Серия | |
Издательство | Языкознание |
Год выпуска | 0 |
isbn | 9783985103010 |
Diese verdammte eigensinnige Göre, raste es mit wütender Kraft durch Ashs Gedanken. Warum musste er für Freyas Sünden büßen? Nur weil er der Jüngste von drei Kindern war? Und warum zum Teufel konnte Freya sich nicht fügen? Vielmehr noch, warum konnte Vater sie nicht endlich in Ruhe lassen und akzeptieren, dass sie Westminster nicht mochte? Das alles rauschte durch seinen Kopf wie ein Formel 1 Pilot über die Rennstrecke. Die St. Paul’s Cathedral gehörte zu ihren Schlupflöchern, zu ihren sicheren Unterkünften. Unterhalb dieser Mauern war sie sicher. Freya war kein kleines Kind mehr, sie konnte gut auf sich selbst aufpassen. Ash hatte ihr sogar ein paar Tricks im Kampf gezeigt, natürlich nur für den Notfall und der war bisher noch nie eingetreten. Wenn sie also innerhalb der Sicherheitszone blieb, konnte ihr nichts passieren. Anders als bei ihm. Er hatte Westminster auf Befehl seines Vaters verlassen müssen und befand sich außerhalb der Schutzlinie. Der Weg zwischen St. Paul und Westminster war nicht allzu weit, für ein geflügeltes Wesen nur ein Katzensprung. Trotzdem konnte er dem Feind begegnen. Er wusste nicht, ob die Pearce Wächter ausgesandt hatten oder nicht. Niemand wusste das, es war ein Katz und Maus Spiel. Es ging darum, den Feind zu dezimieren und das gegnerische Terrain zu fordern. Wo und wann Vergeltungsschläge eintrafen, konnte keiner der Klans voraussehen. Zwar hatten die Grimm und die Pearce unterhalb vieler berühmter Denkmäler ihr unterirdisches Reich erschaffen, aber den Weg von einem Stützpunkt zum Nächsten mussten sie über Tage zurücklegen. Ihre einzelnen Posten waren über Funksysteme, Satelliten und zahlreichen Monitoren miteinander verbunden. Überwachungskameras an den wichtigsten Stellen halfen den Klans dabei, den Feind im richtigen Moment kommen zu sehen. Leider gelang ihnen das nicht immer. Es gab Momente, da waren die Schwachstellen der Techniken vom Gegner ausgenutzt worden. So wie damals, in der einen Nacht, an der Seven Sisters Underground Station, als …
Nein! Ash verdrängte diesen finsteren Gedanken rasch. Er sperrte ihn zu den anderen Monstern in die Kiste. Nicht genug, dass die Grimm und die Pearce sich seit mehr als zweihundert Jahren bekämpften und ihre Gefechte hauptsächlich auf den Straßen Londons austrugen, was der Stadt dazu verholfen hatte, als verflucht zu gelten, denn in regelmäßigen Abständen wurde jemand aus dem Nichts heraus umgestoßen wie ein Kegel auf der Bowlingbahn, verfing sich in einem der Flügel eines Gargoyles und wurde mitgezerrt, oder ihm fiel ein herabfallender Backstein auf den Kopf, weil die Kämpfenden wieder Eigentum beschädigt hatten. Ash hatte immer noch das Problem mit seiner Schwester an der Backe und es würde eines bleiben, wenn Freya nicht endlich lernte, zu gehorchen oder sein Vater seine Haltung überdachte. In dem Fall konnte Ash warten, bis er schwarz wurde. Geplagt von seinen Gedanken legte der Wächter einen Zahn zu und betete, von keinem
Alex hatte sich vor dem aufkommenden Gewitter in die St. Paul’s Cathedral geflüchtet. Kurz zuvor hatte auch Freya ihren nächtlichen Flug oberhalb der Kuppel beendet und sich ins Innere begeben. Sie saß auf der Brüstung, der die große Hauptorgel einschloss und ließ ihre Füße nach unten baumeln. Das fahle Licht der gedimmten Leuchten zu den Wänden verwandelte das gesamte Interieur in eine kuschelige Atmosphäre. Freyas Augen waren nach unten auf das mittlere Schiff der Kirche gerichtet, wo sich lange Holzbänke in akkurat bemessenen Abständen hintereinander aufreihten. Dann wandte sich ihr Blick nach oben, zur Deckenmalerei hin. Sie hätte dieses Gemälde die ganze Nacht lang angucken können, wäre sie nicht vom Geräusch einer sich öffnenden Tür abgelenkt worden. Die Angeln des Vordereingangs gingen mit ihrem typischen Knarzen auf. Ein Geräusch, das sie nur zu gut kannte. Allerdings war es später Abend und sie hatte nicht damit gerechnet, dass noch jemand vorbeikommen würde. Warum schloss man die Türen denn nachts nie ab? Weil es eine Kirche ist, du blöde Kuh, und Gott immer für die Menschen erreichbar sein muss, dachte sie bei sich. Es erinnerte sie an diesen Flyer für die Servicehotline eines Internetkonzerns. Wir sind täglich 24h für Sie erreichbar. Es brachte sie zum Schmunzeln, denn sie stellte sich Gott wie einen Telefonisten vor, der sich die Sorgen der Menschen anhörte und dementsprechende Maßnahmen einleitete. Oder auch nicht, wenn es nicht nötig war und man einfach nur ein freundliches Vielen Dank für Ihren Anruf zurückbekam. Als Freya dann die Schritte vernahm, die sich nach vorne in ihre Richtung bewegten, kletterte sie von der Brüstung runter. Sie war im Begriff, das Orgelpodium zu verlassen, aber ihre Augen erhaschten aus den Winkeln heraus einen jungen Mann. Freya hatte schon so viele Menschen kommen und gehen sehen. Manchmal tat sie nichts anderes, als stundenlang an einem sicheren Ort in der Kathedrale zu verweilen und die Sterblichen zu beobachten. Sie scheute weder ihre Nähe, noch hatte sie Angst, mit ihnen in Berührung zu kommen. Ihre Augen hatten schon alles gesehen, Menschen, die schlank waren, die korpulent waren. Menschen, die alt und gebrechlich waren oder eben noch sehr rüstig und sportlich wirkten. Sie nahm sie zur Kenntnis und manchmal spann sie sich ihre eigenen Gedanken zu ihnen. Aber noch nie hatte ihr Herz dabei einen solchen Tanz aufgeführt wie gerade eben. Der Mann, der dort unten durch den mittleren Gang lief und sich akribisch umblickte, als suche er etwas Bestimmtes, war von einer unvergleichlichen Magie umgeben, wie Freya sie nie gesehen hatte. Sie konnte nicht aufhören, ihn anzustarren und bemerkte nicht, dass sich ihre Flügel wieder öffneten, als wollten sie sie zu dem geheimnisvollen Fremden tragen. Der junge Mann stand jetzt ganz nah unterhalb der Orgel. Noch war sein Blick auf den unteren Teil der Kirche gerichtet, was Freya die Chance einräumte, ihn genauer zu beobachten. Er hatte weizenblondes Haar, das ihm bis zur Hälfte seines Nackens reichte, was ihr sehr gefiel. Und sein Gesicht, es war von einer immensen Stärke gezeichnet. Einer Willenskraft, die es vermochte, Mauern einzureißen. Freya war gepackt von diesem Mann. Sie ließ es zu, sich völlig in seiner Aura zu verlieren, denn diese hatte sich ungeahnt in ihrer Gegenwart weit geöffnet. Sie spürte die Narben auf seinem Herzen und dass das Leben nicht immer gut zu ihm war. Sie fühlte … herrje, konnte das denn möglich sein? Nach so vielen Jahren, in denen sie nun schon die Menschen beobachtete, dass sie zu diesem einen eine besondere Verbindung hatte? Eine Bindung, welche sie selbst nicht verstand, die sie aber neugierig machte. Ihre Trance wurde jäh unterbrochen, als die Seitentür mit einem durch die